Geschichte mit Happy End - meinanzeiger.de
2. März 2020
Sondershausen

Geschichte mit Happy End

Die Autorin Tina Hörchner hat im Herbst 2019 mit „Das Netz der Nornen“ ihr drittes Buch veröffentlicht

Autorin Tina Hörchner mit ihrem dritten Buch "Das Netz der Nornen".

Drei Bücher hat die Sondershäuserin Tina Hörchner bereits veröffentlicht. Im Herbst vergangenen Jahres erschien „Das Netz der Nornen“. Mit AA-Redakteur Maximilian Walter sprach sie über die Faszination Mittelalter, historische Figuren und ihr neues Buch.

Ihre Bücher spielen in weiten Teilen im Mittelalter, Sie haben unter anderem Mittelaltergeschichte studiert. Woher kommt Ihre Faszi­nation für diese Epoche?
Mich interessieren Historie und Geschichte schon immer. Wahrscheinlich bin ich ­bereits von meinen Eltern ­dazu gebracht worden, wir sind häufig in Museen gegangen. Die Reise in die Vergangenheit, zu erfahren, wie die Menschen früher gelebt haben, wie sie ihr Leben gemeistert haben, finde ich toll.
Sie haben neben Beruf und Familie inzwischen drei ­Bücher herausgebracht. ­Woher haben Sie die Zeit ­genommen?
Mir macht das Schreiben einfach unheimlich viel Spaß. Hätte ich mehr Zeit, würde ich die Bücher auch schneller fertig bekommen. Ich habe so viele Ideen und Gedanken, die ich nicht niederschreiben kann, weil mir die Zeit fehlt. Ich habe bisher etwa zweieinhalb Jahre pro Buch gebraucht. Für mich ist es auch eine Möglichkeit, abzuschalten, mich in diese Welt ­hineinzuversetzen.
Wie viel von Ihnen steckt in den Figuren?
Ich bin nicht die Figur aber ich überlege immer, wie ich mich in ihrer Situation verhalten würde. Deswegen steckt in den Hauptfiguren manchmal ein Teil von mir, aber manchmal auch nicht. Dann entscheide ich mich bewusst, dass die Figur das Gegenteil von dem tut, was ich machen würde. Dass man seine Fantasie spielen lassen kann, ist ein toller Aspekt des Schreibens.
Wie wichtig ist Ihnen, dass die Szenarien authentisch sind?
Das neue Buch spielt zu ­Beginn des 11. Jahrhunderts. Ich lasse Orte, historische Personen und Ereignisse einfließen. Im ersten Buch war das zum Beispiel Konrad von Marburg, ein Inquisitor. Die Menschen von damals haben unsere heutige Zeit maßgeblich beeinflusst. Deswegen ist es mir wichtig, sie zu benennen. Natürlich gibt es auch Fantasiefiguren, aber sie treffen auf die Historischen. Es passt zeitlich nicht immer haargenau, aber da nehme ich mir die Freiheit eines Autors. Im aktuellen Buch gibt es zum Beispiel eine Seeschlacht, die prägend für die Wikingerzeit war. Manchmal ändere ich auch die Geschichte, wenn mir eine historische Figur so gut gefällt, dass sie wichtig ist.
Sprechen Sie eine Ziel­gruppe an?
Ich weiß es nicht, aber ich glaube, es sind vielleicht Frauenbücher. Frauen lesen glaube ich mehr. Aber ich schreibe nicht gezielt daraufhin. Tat- sächlich sind meine Hauptfiguren immer ­Frauen.
Im neuen Buch gibt es aber zwei Hauptfiguren.
Ja, es sind zwei separate ­Geschichten, eine spielt in der Vergangenheit, die andere in der Gegenwart. Am Ende sind beide Figuren aber miteinander verbunden. Aber es stimmt, das Buch fängt wieder mit der Geschichte der Frau an. Das hat sich bisher einfach so ergeben. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich leichter in eine Frau als in einen Mann hineinversetzen kann. Aber ich wollte einmal etwas anderes machen, deswegen gibt es im neuen Buch auch einen Mann. Es geht schon um starke Frauen mit starken Persönlichkeiten aber ich mache das nicht mit Absicht.
Haben Ihre Geschichten ein Happy End?
Ich schreibe ja wirklich, weil es mir Spaß macht. Am Ende möchte ich, dass der Leser das Buch zumacht und Freude beim Lesen hatte. Die Leser sollen sagen: ‚Schöne Geschichte, schade, dass es schon zu Ende ist‘. Deswegen gibt es auch bei mir ein Happy End

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