27. März 2016
Sondershausen

The Gregorian Voice – The Masters of Gregorian Chants

27. April 2016 um 19.30 Uhr in der St. Trinitatiskirche in Sondershausen

Stehende Ovationen und frenetischer Jubel bei gregorianischen Gesängen in der Kirche
sind ungewöhnlich?
Nicht bei „The Gregorian Voices“.
Das bulgarische Vokaloktett löst seit dem Frühjahr 2011 bei seiner Tournee durch Europa regelmäßig
derartig emotionale Reaktionen aus. Kein Wunder, dass dieser besondere Chor
bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten hat.
Sein Können umfasst ein erstaunliches Spektrum, das vom einstimmigen liturgischen Gesang
bis hin zur polyphonen Fünfstimmigkeit mit schallenden Bässen und aufsteigenden Falsettstimmen
reicht. In schlichte Mönchskutten gekleidet erschaffen „The Gregorian Voices“
durch die beeindruckende Präsentation ihrer substanzreichen Stimmen eine großartige,
mystische Atmosphäre, die gerade in Kirchen Raum greifend und sehr berührend ist.
Dieser stimmgewaltigen Formation von acht Sängern ist die klassische Gesangsausbildung
anzuhören. Ihre glockenklaren Stimmen, der Zwiegesang von Bass, Bariton und Tenor breitet
sich komplex und spannungsreich über dem Publikum aus.
Der achtköpfige Männerchor aus dem bulgarischen Sofia begeistert und fasziniert mit gregorianischen
Chorälen, orthodoxen Gesängen und Madrigalen unter der künstlerischen Leitung
von Georgi Pandurov ein breites Publikum.
Das Herausragende an diesem Chor ist, dass er die frühmittelalterlichen gregorianischen
Choräle völlig neu belebt und interpretiert. Wie das gelingen kann, beweisen „The Gregorian
Voices“ eindrucksvoll, wenn sie berühmte Klassiker der Popmusik im gregorianischen Stil arrangieren.
Auch mit diesem gewagten Experiment lösen sie überwältigende Reaktionen im
Publikum aus: „intensiv, aufwühlend, überragend oder erstaunlich“ sind Ausrufe, die häufig
zu hören sind. Rod Stewards „I’m Sailing“ in einer sakralen Modulation zu hören, ist schon
ein emotionales Erlebnis. Auch „Imagine“, ein bekannter Song von John Lennon, erntet
neben „Ameno“ von ERA treffsicher und beständig Beifallsstürme.
Die Spannung im Publikum ist zum Greifen, wenn „The Gregorian Voices“ ihr Konzert mit
einer Hommage an Michael Jackson und Lionel Richie krönen: „We Are The World, We Are
The Children“.

Die Gregorianik
Unter Gregorianik oder gregorianischem Choral versteht man den einstimmigen, unbegleiteten,
liturgischen Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Bis heute werden
verschiedene Theorien zur Entstehung der Melodien diskutiert. Gesichert erscheint, dass die
Form der gesungenen Liturgie im Wesentlichen aus Rom stammt, wo sie zwischen dem 4.
und dem frühen 8. Jahrhundert nach und nach entstand.
Im klerikalen und im klösterlichen Leben des Mittelalters hatte das gesungene Lob Gottes,
Laus Dei, den höchsten Stellenwert. Kleriker und Mönche widmeten viele Stunden des
Tages und der Nacht dem Singen und der Weiterentwicklung der Liturgie.
Heute, 1200 Jahre nach seiner Blütezeit, entdeckt ein breites Publikum die heilsame Wirkung
des Gregorianischen Chorals sowie die Freude an überraschenden Interpretationen
von Popsongs, die es nicht für möglich gehalten hätte. So erleben die mittelalterlichen Sakralgesänge
dank des Könnens von Chören wie „The Gregorian Voices“ ein fulminantes
Comeback. Dem Publikum öffnet sich eine Tür zu einer musikalischen Zeitreise durch zwölf
Jahrhunderte.
Dass es diesen grandiosen acht Künstlern immer wieder gelingt, eine spannungsreiche Atmosphäre
zu schaffen, bewiesen „The Gregorian Voices“ erneut, als ihre Tournee sie ins
Kloster Ebersbach führte, in dem der Film „Der Name der Rose“ von Umberto Eco gedreht
wurde. Es war einfach sensationell, wie dieser Chor inmitten der historischen Kulisse die
mystische Grundstimmung des Films wieder aufleben ließ.
Erleben Sie die Faszination, die diese gesungenen Gebete auf ein breites Publikum
ausüben!

Das Programm
Die erste Hälfte dieses Programms besteht aus klassisch gregorianischen Chorälen, orthodoxen
Kirchengesängen und Liedern der Renaissance und des Barock, die in lateinischer
Sprache vorgetragen werden. Neben dem „Ave Maria“ und dem „Ave Maris Stella“ wird dem
Publikum das andachtsvolle Kyrie „Missa Orbis Factor“ geboten.
Es folgen unter anderem orthodoxe Lieder von Ioan Kukusel (1280–1360) und ein kunstvoller
Kanon „Cantate Domino“ von Heinrich Schütz (1585–1672).
In der zweiten Hälfte demonstrieren die acht Künstler, wie englischsprachige Popsongs in
einer gregorianischen Adaption klingen. Auch hier elektrisieren sie durch ihr beachtliches
Stimmpotenzial und zaubern Gänsehautatmosphäre in jeden Kirchenraum.
Neben Leonhard Cohens „Hallelujah“ werden unter anderem „Sound of Silence“ von Simon
& Garfunkel sowie Bob Dylans „Knocking On Heaven‘s Door“ und Rod Stewards
„I’m Sailing“ interpretiert.
„The Gregorian Voices“ berühren und entführen den Zuhörer in die Welt der mittelalterlichen
Klöster und zeigen, wie Gregorianik heute klingen kann: authentisch und zeitgemäß.

www.muhsik.com

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