4. März 2021
Thüringen

30 Jahre Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land

Jüdische Musik in christlichen Kirchen

„Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“
Das Themenjahr wird von der Thüringer Landesregierung unterstützt. In Abstimmung mit der jüdischen Landesgemeinde und den christlichen Kirchen ist es bewusst in zeitlichen Zusammenhang zu dem 321 von Kaiser Konstantin an den Rat der Stadt Köln gesendeten Dekret gestellt. Dieses berechtigte die dort lebenden Juden zur Übernahme von Ämtern des städtischen Magistrats.
Wenngleich in Thüringen das jüdische Leben keine 1700 Jahre umspannt, finden sich doch auch hier in den reichsstädtischen Zentren des Mittelalters, auf dem Lande und den Residenzstädten der Neuzeit viele Jahrhunderte zurückreichende Zeugnisse.
Im Weimarer Land wird dieses Themenjahr vom 12. Juni – 11. Juli mit einer Konzertreihe begleitet, in der jüdische Musik in zehn christlichen Kirchen erklingen wird.
Klezmer und Weltmusik gestalten ein musikalisches Kaleidoskop, das verschiedene Aspekte der Rolle der Musik im jüdischen Leben beleuchtet. [https://www.facebook.com/StadtundDorfkirchenmusiken]
Theater und Film
Kunstvoll und voller Leben beginnt der musikalische Reigen mit einem Programm aus Liedern des jüdischen Theaters und Films. Hier wird die Hoffnung der osteuropäischen Auswanderer besungen, in der die melancholischen Erinnerungen an die verlorene Welt nachklingt. Die Spannung zwischen Aufbruch und Rückbesinnung war das verbindende Element der Bühnenstücke und Filme in jiddischer Sprache, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Theatern des europäischen Ostens und später insbesondere in den USA die Menschen zu Tränen rührten.
Emigranten
Zur Zeit der Naziherrschaft war die Flucht aus dem eigenen Land für die überwältigende Mehrzahl der Emigranten eine durch wirtschaftliche Not und persönliches Leid begleitete lebensbedrohende Erfahrung. Ihre Musik nahmen sie mit sich oder schufen sie im Exil neu. Sie war ein kostbares Gut, dass ihnen niemand nehmen konnte. Deshalb spielen auch Klänge der Exilanten eine große Rolle. In ihnen kann ihre Traurigkeit, aber auch ihre nimmermüde Lebensbejahung erspürt werden.
Künstler
Jüdische Künstler aller Genres sind aus dem künstlerischen Schaffen und Erbe der Menschheit nicht wegzudenken. Ein Ensemble, dessen sich fast jeder erinnert, sind die Comedian Harmonists. Mit jährlich 150 Konzerten hatte die musikalische Karriere dieses Berliner Vokalensembles 1933 ihren Höhepunkt erreicht. Doch drei der sechs Musiker waren Juden. Ihnen wurde 1935 Berufsverbot erteilt. Somit löste sich das Ensemble auf und konnte in seiner Nachfolge nicht mit gleicher musikalische Qualität fortgeführt werden. An das Stammensemble erinnert ein Programm, das ihre bekannten Arrangements erklingen lässt.
Jüdisches Jahr
Und dann sind es vor allem die jüdischen Feste, die ohne Musik undenkbar wären. Ihnen verleihen verschiedene Künstler in unterschiedlichsten Besetzungen ein musikalisches Gesicht.
Die Schöpfung
„Die Schöpfung – in Zeiten des Klimawandels“ verbindet hebräische liturgische Gesänge mit christlichen Bibeltexten und setzt damit ein ganz eigenes Zeichen für die enge Verbindung von jüdischem und christlichem Glauben. Das 21. Jahrhundert fügt noch eine weitere Farbe hinzu. Wir müssen uns für den Erhalt dieser Erde einsetzen, die Zeichen des Klimawandels erkennen, daraus lernen, um die Schöpfung in eine lebenswerte Zukunft zu führen.
Corona
Die Inzidenzwerte lassen die Durchführung der Konzertreihe zu! We are back!

 

 

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