17. Juli 2021
Thüringen

Borkenkäfer verursacht im Juni Rekordschadholzmenge

Mit 750.000 Festmeter Schadholzanfall innerhalb eines einzigen Monats hat sich der Buchdrucker eindrucksvoll für dieses Jahr zurückgemeldet

Foto: ThüringenForst

Mit 750.000 Festmeter Schadholzanfall in Thüringen allein im Monat Juni hat sich der Fichtenborkenkäfer eindrucksvoll für dieses Jahr zurückgemeldet. Dies ist eine in dieser Höhe noch nie dagewesene Borkenkäfer-Schadholzmenge innerhalb eines Monats. Davon entfielen allein 150.000 Festmeter (20 Prozent) auf das südthüringische Forstamt Sonneberg, dass mit Abstand am schlimmsten betroffene, der landesweit 24 Forstämter. Damit hat sich -klimawandelbedingt- die in diesem Jahr durch den Borkenkäfer verursachte Schadholzmenge auf 1,4 Mio. Festmeter erhöht. Das Jahresmittel für den Zeitraum 2000-2017 lag bei rund 150.000 Festmeter.

Der positive Frühjahrstrend hat sich leider nicht fortgesetzt

„Der positive Frühjahrstrend einer stagnierenden bzw. rückläufigen Borkenkäfer-Schadholzmenge hat sich damit leider nicht fortgesetzt. Die Ergebnisse der laufenden Borkenkäferüberwachung haben uns allerdings diese Entwicklung erkennen lassen, weshalb wir die Waldbesitzenden in den vergangenen Wochen immer wieder aufgefordert haben, in der Käferholzsanierung nicht nachzulassen“, so Volker Gebhardt, Thüringen Forst-Vorstand. Der im Vergleich zum Vorjahr um Wochen verzögerte Schwarmflug setzte erst Mitte Mai ein, dafür umso massiver.

Bis zu 30.000 Borkenkäfer pro Falle innerhalb einer Woche fingen die Förster/innen, ein extrem überhöhter Wert gegenüber Durchschnittsjahren. Der zeitlich konzentrierte und massive Borkenkäferbefall hat den an vielen Standorten in diesem Jahr durchaus gut wasserversorgten Fichten keine Chance gelassen. „Während eine vitale Fichte den Angriff von mehreren Hundert Borkenkäfer erfolgreich abwehren kann, ist sie bei einem derartigen Massenbefall weitgehend ohne Chance“, so Gebhardt weiter. Auch in den nächsten Monaten gilt für Waldbesitzer: Sofortige Kontrolle der Fichtenbestände auf Befall durch den Borkenkäfer, befallene Fichten umgehend einschlagen und mitsamt den Borkenkäfer-Entwicklungsstadien rasch aus dem Wald bringen. 16.07.2021 Medieninformation 55/2021 Bearbeiter/Durchwahl Dr. Horst Sproßmann/-2060Organisationsportrait Die am 1. Januar 2012 gegründete Landesforstanstalt ThüringenForst – Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) mit Sitz in Erfurt bewirtschaftet rund 200.000 Hektar Landeswald, nimmt hoheitliche Aufgaben im gesamten Waldgebiet des Freistaats wahr (550.000 Hektar) und bietet Dienstleistungen (Beförsterung) für den Privat- und Körperschaftswald an.

Mit 24 Forstämtern und 281 Forstrevieren ist ThüringenForst-AöR flächendeckend in Thüringen aufgestellt. Mit knapp 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird ein Jahresbudget von circa 100 Millionen Euro bewegt. Das Cluster Forst & Holz im Freistaat Thüringen sichert über 40.000 Arbeitsplätze, vorwiegend im strukturschwachen ländlichen Raum, und generiert einen Branchenumsatz von über zwei Milliarden Euro – die damit viertgrößte Wirtschaftsbranche Thüringens. Weitere Informationen finden Sie unter www.thueringenforst.de.

Holzpreise auch für Schadholz auskömmlich

Positiv werten die Forstschutzexperten den diesjährig späten Schwarmflug des Fichtenborkenkäfers. Damit ist im weiteren Jahresverlauf die Vermehrungsfähigkeit des Käfers begrenzt. Er wird voraussichtlich nur zwei Generationen ausbilden können. Gleichzeitig hat der Fichtenborkenkäfer in diesem Frühsommer -leider- sehr viele Geschwisterbruten anlegen können, was die erste schlüpfende Käfergeneration zahlenmäßig sehr stark macht. Eine Entwicklung unterscheidet sich allerdings zu den schlimmen Borkenkäferjahren 2018 bis 2020: Die Nachfrage nach Fichtenholz ist derzeit am Markt enorm. Dies bedeutet, dass das Schadholz einen schnellen Weg aus dem Wald in die holzverarbeitenden Betriebe findet. Zusätzlich haben sich die Holzpreise für Stammholz ab Jahresbeginn innerhalb weniger Monate auf das Niveau von 2017 -somit vor den Sturm-, Dürre- und Borkenkäferschäden- erhöht und ermöglichen eine wirtschaftlich auskömmliche Käferholzsanierung.

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