Die bittere Wahrheit zum süßen Genuss von der Schokolade - meinanzeiger.de
4. Juli 2020
Thüringen

Die bittere Wahrheit zum süßen Genuss von der Schokolade

Der internationale Tag der Schokolade findet jährlich seit 2003 am 7. Juli statt. Der Tag erinnert dabei an den 7. Juli 1550, den Tag an dem die Schokolade zum ersten mal in Europa eingeführt wurde. Jeder Deutsche isst im Jahr circa 9,29 kg Schokolade. Nur die Österreicher und die Schweizer essen mehr, circa elf kg.

 

Deshalb will der Verein Aktionsgemeinschaft Faire Welt eV. in Weimar am diesen Tag auf die laufende Aktion „Make Chocolate Fair“ aufmerksam machen und fordert Bürger*innen, Politik und Schokoladenunternehmen zum handeln.

Die Rohstoffe werden unverarbeitet in die USA oder nach Europa exportiert, dort wird der äthiopische Kaffee geröstet und der ghanaische Kakao zu teurer Schokolade verarbeitet. In den Industriestaaten wird das große Geld gemacht. In den Herkunftsländern dagegen kommt noch immer nur wenig an.

Anteil am Verkaufspreis einer Tafel Schokolade im Prozent: Kakaobauer 6,6; Zwischenhandel&Transport 2,1; Verarbeiter&Vermahler 7,6; Staatliche Behörden im Anbauland 4,2; Schokoladen Hersteller 35,2; Supermärke 44,2;

Weltweit wird Kakao von etwa 5,5 Millionen Kleinbauernfamilien angebaut. 70 Prozent der Weltkakaoernte kommt aus den westafrikanischen Ländern Côte d’Ivoire, Ghana, Nigeria und Kamerun. Die große Mehrheit der Kakaobauernfamilien lebt weit unterhalb der Armutsgrenze, und insbesondere in Westafrika gehört missbräuchliche Kinderarbeit zum Alltag. Circa 2 Millionen Kinder werden als Arbeitskräfte eingesetzt, weil ihre Eltern sich als Kleinbauer keine fremde Arbeiter*innen leisten können.

„Wenn ihr uns gerechte Preise zahlt, könnt ihr Eure Almosen behalten“ ist eine erst nehmende Mahnung von brasilianischen Erzbischof Dom Helder Camara am reichen Westen.

Deshalb statt moralische Distanzierung braucht es ein Gesetzlichen rahmen. Unterstützen sie bitte die Initiative Lieferkettengesetz (https://lieferkettengesetz.de/). Ein Lieferkettengesetz nimmt Unternehmen in die Pflicht, für Schäden an Menschen und Umwelt zu haften, die während der Produktion verursacht werden. Im globalisierten Handel verletzen Unternehmen im Zuge der weltweiten Wertschöpfung- und Lieferketten immer wieder grundlegende Menschenrechte und schädigen die Umwelt.

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