1. Dezember 2020
Thüringen

Die Ilmenauer Künstlerin Katharina Kerntopf ist sehr vielseitig: Vom Grafik-Design über Illustrationen bis hin zu Glas-Fusing

Serie: Thüringer Künstler

Lässt Katharina Kerntopf den Blick aus ihrem Atelier durch die großen Fenster schweifen, so schaut sie in ihren naturbelassenen Garten. Dies ist ein Ort der Lebendigkeit: Vögel und Schmetterlinge sind hier gerne zu Gast, sechs Bienenvölker sammeln fleißig Honig. „Für mich ist es der Ort der Inspiration“, erklärt die Künstlerin. Ihre Ideen bringt sie zu Papier oder verarbeitet sie mit dem Werkstoff Glas.

In ihrer Ausbildung als Facharbeiter für Glastechnik (mit Abitur) eignete sich die Ilmenauerin die Grundlagen für den Umgang mit dem sensiblen Werkstoff Glas an. Das Studium „Ausstellungsgestaltung und Gebrauchsgrafik“ ermöglichte ihr die künstlerische Weiterentwicklung in unterschiedlichen Bereichen. Seit 1989 – mit kurzen Unterbrechungen – ist Katharina Kerntopf als freiberufliche Künstlerin tätig und Mitglied im Verband bildender Künstler. Sie ist sehr vielseitig künstlerisch tätig.

„Für verschiedene Verlage arbeite ich mit Autoren zusammen und betreue sie von der ersten Idee bis zum fertigen Buch – vom Satz über Illustrationen und Fotografie bis hin zur Covergestaltung“, erklärt die Künstlerin. Sie hat 2010 auch einen eigenen Verlag gegründet.

Die Ilmenauerin beteiligt sich auch an Ausschreibungen, wenn es um „Kunst am Bau“ geht. In den Henneberg Kliniken in Hildburghausen hängen um die 100 Bilder und Fotos von ihr. „Diese Bilder sind erfundene Landschaften oder abstrakte Kunst, die den Charakter der Räume positiv verändern sollen.“ Auch in der Entbindungsstation der Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt schmücken Aquarelle und Collagen von Katharina Kerntopf die Wände.

Für den evangelischen Kindergarten „Arche Noah“ in Erfurt-Gispersleben fertigte die Künstlerin ein Glasfenster mit der Arche-Noah-Geschichte an. „Mit Unterstützung von Hans Matzke aus Ilmenau beschäftigte ich mich intensiv mit der Kunst des Glas-Fusing. Dabei werden verschiedene bunte Gläser bei 800 °C miteinander verschmolzen. Zum Einsatz kommen dabei Glasplatten, Glasstäbe und Glasstaub. Glas ist sehr sensibel, nicht alles glückt, wenn man es aus dem Ofen holt“, sagt Katharina Kerntopf.

Unter ihrem Atelier hat sie jetzt einen eigenen Ofen. Viele weitere Glaskunstwerke sind entstanden. Dabei wurden sogar Metalle wie Kupfer, Gold oder Silber mit eingearbeitet. Auch ein Notenausschnitt der Goldberg-Variationen von Bach wurde künstlerisch in einem Glas-Fusing-Objekt verarbeitet. „Ich verbinde dabei die Arbeit des Malers und Grafikers mit der des Glastechnikers.“

Kontakt: http://www.kerntopf-design.de

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