11. März 2021
Thüringen

Einfach fließen lassen

Interview mit dem Erfurter Künstler Carsten Weitzmann.

Carsten Weitzmann (Foto: Privat)

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich habe bereits als Kind viel gezeichnet. Alle Kinder zeichnen. Nur habe ich im Gegensatz zu Vielen nie damit aufgehört.  Ab ca. sechs Jahren hat mir der Erfurter Maler Otto Knöpfer die Grundlagen des Zeichnens und somit das nötige Handwerk vermittelt. Da ich in der DDR nicht besonders Linientreu war, kam ein Studium nicht in Frage. So habe ich eine Ausbildung als Steinmetz gemacht. Nach Abschluss selbiger, habe ich mich mit verschiedenen Tätigkeiten über Wasser gehalten. Seit der Wende bin ich freiberuflich als Maler und Grafiker tätig. Von 2007 bis 2017 war ich Dozent für Zeichnen und Animationsfilm an der Universität Erfurt

In welcher Kunstrichtung entstehen Ihre Werke?

Hauptsächlich bin ich Zeichner. Des Weiteren betreibe ich Malerei und Animationsfilm. Letzteres immer wieder mit Arbeiten für das Fernsehen.

Wie entstehen Ihre Werke?

Ich zeichne täglich. Eigentlich fast immer, selbst im Zug oder im Bett. Zum Teil sind es komplexe Arbeiten, die mehrere Tage brauchen. Um nicht festzufahren arbeite ich oft an 20 bis 50 Blättern gleichzeitig, die sich in Rotation befinden. Manche Arbeiten entstehen in ein paar Stunden, andere werden erst in Jahren fertig.

Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken/ansprechen?

Picasso wurde mal nach seinen Botschaften gefragt. Woraufhin er erwiderte, er sei Maler und kein Briefträger. Ähnlich geht es mir. Meinen Studenten habe ich immer wieder vermittelt, die Voraussetzung zum Zeichen ist „Nicht denken“. Ausgedachte Kunst finde ich meist langweilig und konstruiert. Man muss es einfach fließen lassen.  Die Themen kommen ganz von allein. Unsere absurde Welt ist voll davon. Natürlich bevorzuge ich bestimmte Themen. Letztlich dreht sich in meiner Arbeit alles um den Menschen. Unser Geschlechterverhältnis, unsere Illusionen und Wünsche, Liebe und Tod, Betrug und Selbstbetrug, und vieles mehr. Und das Ganze, wenn möglich, mit Humor. Humor ist das einzige Mittel diese seltsame Welt, ihre Bewohner und auch mich selber, zu ertragen

Ihre größten Erfolge?

Ausstellungen hatte ich in Berlin, New York, Düsseldorf und an vielen anderen Orten. Natürlich hauptsächlich in Deutschland. 1998 erhielt ich das Stipendium des Kulturfonds Berlin und 2007 das der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Zudem sind Werke in Sammlungen des Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Erfurt, im Angermuseum Erfurt oder bei der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main.

Wo kann man Ihre Werke sehen?

Im Moment vertreten mich vier Galerien. Galerie Claus Steinrötter Münster, FB69 Köln, DS Galerie Brüssel und die Galerie an der Pinakothek der Moderne, München

Ihre Kontaktdaten?

Man findet mich bei Facebook und Instagram (carsten_weitzmann) unter meinem Namen.

Foto: Privat

 

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