9. Oktober 2020
Thüringen

Fünf Jugendliche aus Thüringen für Bildungsstipendium der START-Stiftung ausgewählt

Die START-Stiftung setzt sich für faire Bildungs- und Entwicklungschancen für alle ein. Logo: Start

Mit einem dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramm fördert die  START-Stiftung herausragende Schülerinnen und Schüler mit Migrationserfahrung.

  • Heute, am 9. Oktober, werden in Halle fünf Jugendliche mit Migrationserfahrung aus Thüringen bei einer gemeinsamen Aufnahmefeier mit Sachsen-Anhalt in das dreijährige Bildungs- und Engagementprogramm der START-Stiftung aufgenommen.
  • Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter gratuliert dem neuen START-Jahrgang.

Am Ende steht ein eigenes gemeinnütziges Projekt, das die Stipendiatinnen und Stipendiaten der START-Stiftung selbst geplant, entwickelt und umgesetzt haben. Bis es so weit ist, erwartet die insgesamt 183 Stipendiatinnen und Stipendiaten des neuen Jahrgangs ein intensives Bildungs- und Engagementprogramm. Workshops, Akademien, Ausflüge, erlebnispädagogische Angebote und ein digitaler Campus begleiten die Jugendlichen auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss. Zusätzlich erhalten sie jährlich 1.000 Euro Bildungsgeld. Das Ziel: Schülerinnen und Schüler mit Migrationserfahrung auf ihrem Weg zu stärken und zu ermutigen, sich für die Gesellschaft und Demokratie zu engagieren.

Aufnahmekriterien: Das Wohin zählt mehr als das Woher

Voraussetzung für die Aufnahme in des Programm ist eine eigene Migrationserfahrung oder die eines Elternteils. Zudem müssen die Bewerberinnen und Bewerber mindestens 14 Jahre alt sein, die 8. Klasse beendet und noch drei Jahre Schule vor sich haben – Schulform und angestrebter Abschluss spielen keine Rolle. Neben diesen formalen Bedingungen ist vor allem der Wille entscheidend, etwas in der Gesellschaft zu bewegen.

Dass sie diesen Willen besitzen, davon konnten die Jugendlichen die Jury in einem anspruchsvollen, zweistufigen Auswahlprozess überzeugen. Insgesamt hatten sich 1061 Jugendliche auf das Stipendium beworben. In Thüringen konnten sich drei Mädchen und zwei Junge durchsetzen. Ihre familiären Wurzeln reichen von der Ukraine bis in den Irak. Was sie eint, sind ihre Neugier, Beharrlichkeit und große Gestaltungslust. Der 16-jährige Hamed Nori aus Afghanistan lebt seit 2015 in Deutschland. Der Neu-Stipendiat sagt: „Ich fühle mich hier in Deutschland als Teil einer großen demokratischen Gemeinschaft und möchte sie daher auch aktiv mitgestalten. Ich möchte den Menschen in unserer Gesellschaft sagen, dass sie nie aufgeben sollen, sie sollen immer lachen und weiter für ein gutes Leben kämpfen. Das START-Stipendium sehe ich als eine gute Möglichkeit, das zu tun.”

Zusammenarbeit zwischen START-Stiftung und dem Thüringer Ministerium für Bildung,
Jugend und Sport

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten treffen die START-Stiftung sowie eine Vertreterin und ein Vertreter des Bildungsministeriums am Ende der Bewerbungsgespräche gemeinsam. Corona-bedingt fanden die Gespräche in diesem Jahr nur telefonisch statt.

Bildungsminister Helmut Holter: „Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit mit der START-Stiftung fortgesetzt wird und erneut fünf Schülerinnen und Schüler aus Thüringen im Auswahlprozess überzeugen konnten. Die Stipendien sind ein besonderes Zeichen der Anerkennung ihrer bisherigen Leistung und ein Motivator zum weiteren Engagement für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich gratuliere und wünsche für die Projekte viel Erfolg.”

Die Aufnahmefeier für die Jugendlichen wurde in diesem Jahr gemeinsam von START-Projektleiter in Thüringen, Dr. Matthias Brauer und Petra Handschuh, Landeskoordinatorin in Sachsen-Anhalt organisiert und findet in Halle statt.


„Corona-Jahrgang” darf sich auf weiteres Stipendienjahr freuen


Mit den neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten befinden sich bundesweit aktuell 495 Jugendliche in der Förderung. Weitere 165 dürfen sich auf die Verlängerung ihres Stipendiums freuen. „Corona hat die Jugendlichen schon in so vielerlei Hinsicht beeinträchtigt. Das Stipendium für den Abschlussjahrgang um ein Jahr zu verlängern, ist das wenigste, was wir tun können“, begründet Michael Okrob, Geschäftsführer der START-Stiftung, diese Entscheidung. Seit Beginn des START-Stipendiums im Jahr 2002 haben über 3.000 Jugendliche mit Migrationserfahrung am Programm teilgenommen. „Die Lebensläufe unserer Alumni zeigen, dass unser Programm wirkt: Auch nach Ende des Stipendiums übernehmen viele Verantwortung, setzen sich für die junge Generation ein und gestalten unsere Gesellschaft aktiv mit”, so Okrob. „Sie sind der beste Beweis dafür, dass Migrationserfahrung ein großer Schatz für unsere Demokratie ist.”

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