22. Oktober 2020
Thüringen

Integration findet kaum statt?

Die geflüchteten Menschen sind willig und auch gezwungen sich zu integrieren. Sie müssen die deutsche Sprache erlernen, sie müssen sich anpassen um in der Gesellschaft Fuß zu fassen.
Z.B. am Ende der siebziger Jahre lag die Geburtenrate der Migrantinnen noch bei 2,5 Kindern pro Frau. Nadja Milewski von der Universität Rostock: die Migrantinnen der zweiten Generation sich beim Kinderkriegen schon deutlich von ihren Eltern unterscheiden. Sie bekommen wesentlich später und deutlich seltener Nachwuchs. Das ähnelt mehr dem der Deutschen als dem der Elterngeneration.

Sich zu integrieren heißt, die Werte unserer Gesellschaft zu akzeptieren! Bei einer Studie hat der Wissenschaftler Horst Opaschowski (BAT Freizeit-Forschungsinstitut) 2000 Personen ab 14 Jahren dazu befragt. Auf Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß, Toleranz usw. legen viele Menschen besonders viel Wert. Demnach müssen sich manche Deutsche noch integrieren, denn nicht alle leben in Harmonie mit unserer Gesellschaft und ihren Werten!

Den Islam als Behinderung für Integration darzustellen widerspricht auch unseren Werten: Barmherzigkeit, Wohlwollen oder Güte (arab. rahma) ist eine Gott (Allâh) zugeschriebene Eigenschaft, dazu sind alle Gläubige aufgerufen das zu leben. Denn es gibt keinen Unterschied zum Christentum mit seinen Werten: Glaube, Liebe, Hoffnung (göttliche Tugenden) Barmherzigkeit. Gerechtigkeit und Recht.

Beim Interreligiösen Dialog in Weimar, mit den Sprechern Pfarrer Ramón Seliger und Imam Karim Seghiri, treffen sich einmal in Monat: Christen, Muslime und Konfessionslose beim gleichberechtigten und respektvollen Meinungsaustausch. Es gibt auch gemeinsame Aktionen, wie Z.B. im vergangenen Jahren „Running Dinner Religionen“ im Mittelpunkt steht die Begegnung, das Kennenlernen und der Dialog. Gemeinsam spazieren die Christen, Muslime und Konfessionslose von Gotteshaus zu Gotteshaus. Vergangenes Jahr wurde in der Moschee begonnen und dort wurde der Islam und muslimisches Leben in Weimar erklärt, das essen dort war vorzüglich. Dann ging es zur katholischen Herz Jesu Kirche auch dort gabt es Einblicke in den katholischen Glauben und auch gemeinsames Dinner. Für die Nachspeise spazierten wir dann in die evangelische Jakobskirche und lasen den Abend gemeinsam Ausklingen. Dieses Jahr fand wegen Corona im September „Running (ohne) Dinner“ statt. Ein Interreligiöser Abendspaziergang im Park an der Ilm zwischen Sternbrücke und Goethes Gartenhaus. Die Bürger*innen könnten an den einzelnen Ständen mit den Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften in unserer Stadt diskutieren und das fand ein rege Zuspruch.

„Denn immer, wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein“ lässt Goethe in seinem Faust den Mephisto spöttisch sagen.

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