17. Januar 2021
Thüringen

Jubiläum: 30 Jahre DLRG Landesverband Thüringen!

Obwohl das vergangene Jahr mit seinen harten Einschränkungen tiefe Spuren hinterlassen hat, blicken die Thüringer Rettungsschwimmer optimistisch in die Zukunft!

Impressionen aus dem DLRG Landesverband Thüringen e.V.

Impressionen aus dem DLRG Landesverband Thüringen e.V.

Erfurt: „Das Jahr 2020 war ein besonderes. Und die Hoffnung bleibt stark, dass die nachfolgenden Jahre wieder einfacher werden mögen, um unsere Arbeit in der Prävention, im Einsatz, der Medizin und in der Jugendarbeit unter weitestgehend normalen Rahmenbedingungen durchführen zu können. Das bedeutet, wir benötigen schnellstmöglich wieder Zugang zu den Bädern und die volle Unterstützung der Badbetreiber wie vor der Pandemie“, stellt Harry Sloksnat, Präsident des DLRG Landesverband Thüringen, in der Rückschau auf das vergangene Jahr fest.

Die angesprochene Arbeit leistet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Freistaat seit dem 19. Januar 1991. An diesem Tag wurde der DLRG Landesverband Thüringen wiedergegründet. Die Hilfsorganisation selbst existiert in Deutschland bereits seit dem 19. Oktober 1913. Den Anstoß zur Gründung einer selbstständigen Gesellschaft mit der alleinigen Verantwortung für die Wasserrettung gab das Seebrückenunglück in Binz am 28. Juli 1912. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser, als die Seebrücke unter ihnen zusammenbrach. Sechzehn Personen, darunter zwei Kinder, ertranken.

Zu den Anfängen der DLRG in Thüringen sind nur wenige, jedoch sehr aufschlussreiche Dokumente erhalten geblieben. Während der Jahreshauptversammlung des DLRG Landesverband Thüringen am 07. Februar 1932 in Gera berichtet der Vorsitzende Werner P. Rothe, dass er „um das Jahr 1910“ Augenzeuge eines Ertrinkungsfalles im Geraer Hallenbad wurde. Das Erlebte hat ihn lange beschäftigt: „Ich selbst musste mir sagen, du bist nun Schwimmer, warum konntest du nicht helfen?… Als die Nachricht von der Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, mit ihrem damaligen Sitz in Dresden, auch nach Thüringen drang, war ich einer der ersten mit, die die Sache aufgriffen. 1922 gründete ich eine Untergeschäftsstelle in dem damals neu gegründeten Gau III (Elstergau).“

Mit der Gründung der DDR übernahm auch in Thüringen der Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Aufgabe, für die Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern und die Sicherheit von Badegästen zu sorgen und die DLRG hörte in Ostdeutschland auf zu existieren.

Wie es zur Wiedergründung des DLRG Landesverband Thüringen am 19. Januar 1991 in Berlstedt kam, beschreibt der erste Präsident Wolf Ammarell wie folgt:

„1989 nahmen wir Kontakt zu den Kameraden des DLRG Bezirkes Fulda auf. Wir wurden von ihnen herzlich willkommen geheißen und legten bis März 1990 alle erforderlichen DLRG Prüfungen ab und wurden eine DLRG Ortsgruppe des Bezirkes Fulda.

Am 19. Januar 1991 gründeten wir dann im Kulturhaus Berlstedt mit mehr als 100 Teilnehmern unter Teilnahme der Kultusministerin Lieberknecht, dem Präsidenten der DLRG Kamerad Barthold und mehrerer Landesverbandspräsidenten, sowie unter Teilnahme und starker Mithilfe der Kameraden aus Hessen den DLRG Landesverband Thüringen.“

Seit der Wiedergründung lenkten vier Vorsitzende die Geschicke des Landesverbandes:

19.01.1991 – 24.11.1994       Wolf Ammarell

24.11.1994 – 18.03.2000     Rainer Blechschmidt

18.03.2000 – 01.02.2003   Matthias Feller

01.02.2003 – heute              Harry Sloksnat

Von Anfang an arbeitet der Landesverband Thüringen streng entsprechend der Kernaufgaben der DLRG, zu denen die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, die Aufklärung über Wassergefahren und der Wasserrettungsdienst gehören.

Das A und O im DLRG Landesverband Thüringen ist die Qualifizierung seiner Mitglieder. So wurde und wird sehr viel Energie in die Durchführung von Lehrgängen und die Ausbildung von Multiplikatoren gesteckt. Die Erste-Hilfe-Ausbildung ist seit vielen Jahren BG zertifiziert.

Auch die Thüringer Wasserretter haben in den vergangenen Jahren Herausragendes geleistet. Während der Hochwasserkatastrophe 2013 waren fünfzig Katastrophenschützer des Freistaates im Einsatz. Um auf ähnliche Desaster vorbereitet zu sein, wurde ein Wasserrettungszug gegründet und mit Material und Personal hinterlegt. So stehen den Thüringer Einsatzkräften zwei Hochwasserrettungsboote, ein komplett ausgestatteter Einsatzleitwagen, sowie ein weiteres Transportfahrzeug zur Verfügung.

Von den ersten Tagen an galt auch dem Rettungssport, der Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens, ein Hauptaugenmerk. So sind die Rettungssportler des Freistaates national, aber auch international sehr erfolgreich, gewannen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. National das erfolgreichste Jahr für die Thüringer Rettungssportler war bis dato 2015. Mit der DLRG Weimar als Sieger der Clubwertung bei den 43. Deutschen Meisterschaften belegte der LV Thüringen den zweiten Platz in der Landesverbandswertung.

Obwohl das vergangene Jahr mit seinen harten Einschränkungen tiefe Spuren hinterlassen hat, blicken die Thüringer Rettungsschwimmer optimistisch in die Zukunft und freuen sich auf die Fortsetzung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nach der Aufhebung der aktuellen Beschränkungen.

Über die DLRG

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ist mit rund 1.600.000 Mitgliedern und Förderern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Auch in Thüringen werden zum Beispiel die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen ausschließlich von ehrenamtlichen Ausbildern geleitet. Wenn Sie einen Beitrag zur Arbeit der DLRG im Freistaat leisten möchten, ist Ihre Spende willkommen. Infos unter: https://thueringen.dlrg.de/

Kontoverbindung: Sparkasse Mittelthüringen; IBAN: DE78 8205 1000 0125 0181 50

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