LutherCountry. Thüringen. Eine Erfolgsgeschichte. - meinanzeiger.de
25. September 2020
Thüringen

LutherCountry. Thüringen. Eine Erfolgsgeschichte.

Die Wartburg im Sonnenuntergang: Wen wundert es bei so einem Anblick, dass immer mehr Touristen nach Thüringen kommen... Foto: Thüringer Tourismus GmbH / Medienproduktion Moritz Kertzscher

Es hat sich viel getan in den letzten 30 Jahren in Thüringen – wie attraktiv der Freistaat für Reisende ist, zeigt die Entwicklung des Tourismus  sehr eindrucksvoll

„Im ersten Jahr der Erfassung der Ankünfte und Übernachtungen nach der Wende, 1992, wurden 1 .894 .107 Gäste gezählt, die 5 .710 .482 Übernachtungen gebucht hatten“, sagt Mandy Neumann, Pressesprecherin der Thüringer Tourismus GmbH, mit einem Blick auf die Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik. „2019 waren es 4. 038. 093 Gäste – also mehr als doppelt so viele – und 10. 349. 729 Übernachtungen.“

 

Touristische Meilensteine und gezielte Werbung

Ganz offensichtlich hat es in den letzten 30 Jahren im Tourismus eine enorme Entwicklung gegeben, doch woran liegt das?

Da haben sicher viele Faktoren eine Rolle gespielt, meint Mandy Neumann Da wären zum einen „touristische Meilensteine“, Ereignisse, die direkte Auswirkungen auf den Tourismus haben, wie zum Beispiel als Weimar 1999 Kulturhauptstadt Europas war, der Besuch Papst Benedikts XVI. im Eichsfeld 2011 oder jüngst das Bauhausjubiläum im vergangenen Jahr.

Und natürlich sieht sie auch die Arbeit der TTG mit als einen Grund dafür, das solche Meilensteine  auch in Verbindung mit dem Reiseland Thüringen stehen.
Als Beispiel nennt sie einige spezielle länderübergreifende Tourismusprojekte der letzten 30 Jahre, von denen einige den Thüringern selbst kaum bekannt sein dürften.

 

LutherCountry und das „Cultural Heart of Germany“

Vielleicht hat man ja schon mal etwas davon gehört, dass Thüringen zusammen mit Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und Hessen den 1 010 Kilometer langen Lutherweg bewerben.

Dass sich aber Thüringen und Sachsen-Anhalt gemeinsam in den USA als LutherCountry vermarkten, dürfte wohl vielen neu sein.
Wahrscheinlich genau so wie der gemeinsame Auftritt von Thüringen und Sachsen als das „Cultural Heart of Germany“ auf dem britischen Tourismusmarkt.

Als ein viertes Beispiel für übergreifende Tourismusprojekte nennt Mandy Neumann die Kooperation mit dem ADAC Hessen-Thüringen beim Thema Radfahren und verweist auf die gerade erst erschiene Rad- und Wanderbroschüre „Grenztouren: 30 Jahre Mauerfall –  30 Jahre Wiedervereinigung“, die Routen entlang des Grünen Bandes zwischen Thüringen und Bayern vorstellt.

Außerdem sei die Darstellung und Präsentation Thüringens in den letzten 30 Jahren generell fokussierter geworden. „Wir vermarkten nicht mehr immer alles auf einmal, sondern gehen nun viel gezielter in der Bewerbung vor und orientieren uns noch stärker am Reiseverhalten der Besucher – daran hat auch die Tourismusstrategie Thüringen 2025 einen großen Anteil“, sagt Mandy Neumann.

Viele Attraktionen sind auch neu hinzugekommen

Ein weiterer Grund für steigende Touristenzahlen mag auch ganz einfach sein, dass in den letzten 30 Jahren wichtige neue Highlights hinzugekommen sind. „Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich, die Leuchtenburg mit der Ausstellung zur Porzellangeschichte, das Bauhaus-Museum in Weimar – das sind nur einige Beispiele für neue Reiseziele, die sich in den letzten Jahren zu besonderen touristischen Attraktionen entwickelt haben“, zählt die TTG-Mitarbeiterin auf.

Dafür steht Thüringen

Hat sich der Blick auf Thüringen in den letzten Jahren verändert?
Sie verweist auf die Befragung Destination Brand 2017, bei der 1. 000 Teilnehmer in Deutschland unter anderem gefragt wurden, was ihnen spontan zum Reiseziel Thüringen einfällt.
Den meisten fielen Schlagworte wie „schöne dichte Wälder“ oder „Natur pur“ ein. Als Freizeitaktivität vor allem „Wandern“ und „der Rennsteig“.
Und kulinarisch natürlich „die Bratwurst“.

Diese Antworten hätte man vor dreißig Jahren wahrscheinlich exakt genau so bekommen, auch wenn es damals wahrscheinlich noch nicht zirka 1. 500 Kilometer Radfernwege, 1. 600 Kilometer hervorragend ausgebaute Loipen- und Skiwanderwege und rund 7 .500 Kilometer Wanderwege gab.

Kultur hat einen hohen  Stellenwert bei Touristen

Und doch weiß Mandy Neumann, dass vor allem diejenigen, die schon einmal in Thüringen waren, die Dinge heutzutage viel differenzierter sehen: „Die Themen Natur und Kultur auf Welterbe-Niveau in einer einzigartigen Verbindung aus kurzen Wegen und hoher Ballung – das ist Thüringens Alleinstellungsmerkmal im Deutschlandtourismus. Als eines der flächenmäßig kleinen Bundesländer hat Thüringen dennoch in Kombination die meisten UNESCO-Natur- und Kultur-Welterbestätten. Das begeistert vor allem unsere ausländischen Gäste in hohem Maße, da es schlichtweg nicht erwartet wird.“

Wie wichtig den Touristen in Thüringen die Kultur ist, kann man auch an folgendem Fakt ablesen:
Die Museen sind die am häufigsten besuchten Kultureinrichtungen in Thüringen. Die Thüringer Museen haben im Jahr 2019 über 4,2 Millionen Museumsbesuche verzeichnet. In vielen Häusern sorgten Sonderausstellungen zum Bauhaus-Jahr für gestiegene Besuchszahlen.

Immer wieder Thüringen…

Aber wo kommen all die Touristen her, die inzwischen nach Thüringen kommen?
Von den über 10 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr kamen 626 .711 Übernachtungen von ausländischen  Gästen. Mit Abstand die meisten stammen aus den Niederlanden , gefolgt von Polen, der Schweiz,  und Österreich. Danach folgen fast gleichauf die USA und Frankreich.

Rund ein Viertel der weit überwiegenden inländischen Gäste kommt aus Thüringen. Weitere 21 Prozent kommen aus Nordrhein-Westfalen, 18 Prozent aus Sachsen und 13 Prozent aus Niedersachsen. „Die Spitzenplätze sind also gleichwertig auf Ost und West verteilt und es gibt nur einen leichten Gäste-Schwerpunkt aus den neuen Bundesländern“, fasst Mandy Neumann die Zahlen zusammen.

Die meisten Besucher sind „Wiederholungstäter“: Fast zwei Drittel der Gäste kommen regelmäßig in den Freistaat. Der Anteil der Erstbesucher liegt bei 20 Prozent. Und wenn die dann alle gerne wieder kommen, dann steigen die Zahlen in 30 Jahren eben mächtig an…

Tipps und Inspirationen dazu gibt es unter:  www.thueringen-entdecken.de

Daniel Dreckmann

 

 

 

Hier abbiegen bitte

Sie sind unübersehbar, die braunweißen Tafeln entlang der Autobahnen im Freistaat, die auf Sehenswürdigkeiten und Attraktionen hinweisen.

Doch wie viele gibt es, und nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt?

233 touristische Hinweistafeln in Thüringen

Die Mitarbeiter des Referates 33 – Straßenverwaltung, Straßenbetrieb und Straßenverkehr – im Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, haben die Zahlen auf unsere Anfrage hin zusammengetragen.
An der A 73 gibt es 16 touristische Unterrichtungstafeln.
An der A 9 sind es schon 36 Zeichen.
Aber an der relativ kurzen A 38 sind es 39 Zeichen und an der A 71 schon stattliche 63 Zeichen.
Die mit Abstand höchste Zahl an touristischen Unterrichtungstafeln steht aber entlang der A4. Hier sind es 79 Zeichen. Insgesamt stehen an Autobahnen in Thüringen derzeit 233 Zeichen, die zum Besuch von touristischen Attraktionen einladen.

Man kann sich dafür bewerben

Zum einen gibt es eine bundesweit gültige „Richtlinie für die touristische Beschilderung“ (RtB).

Ergänzend dazu hat das Thüringer Ministerium für In­frastruktur und Landwirtschaft gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft und der Thüringer Tourismus GmbH einen Fragebogen zur Bewertung der Ziele erarbeitet.
Dieser Fragebogen ist im Rahmen der Antragstellung vom Antragsteller auszufüllen und vom zuständigen Tourismusverband bezüglich der Angaben auf Plausibilität zu bestätigen.

Zwischenzeitlich stehen jedoch nur noch wenige freie Standorte für touristische Unterrichtungstafeln zur Verfügung.

Aber wer hat sich nicht beim Anblick der einen oder anderen Tafel schon einmal gedacht:
„Ach, da könnte man wirklich mal wieder vorbeischauen.
Ich müsste nur hier abbiegen…“

D. Dreckmann

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