Lyrik & Prosa von Uta-Christine Breitenstein - Die Geschichte von der Ziege und dem Teufel - meinanzeiger.de
22. April 2020
Thüringen

Lyrik & Prosa von Uta-Christine Breitenstein – Die Geschichte von der Ziege und dem Teufel

Autorin aus Erfurt, Buchvorstellung: ,,Der Seemann und andere Kurzgeschichten" - ,,Die Geschichte von der Ziege und dem Teufel" ist eine von neun weiteren.

 

http://www.turricula-verlag-erfurt.de

 

Ich möchte Ihr Herz berühren. Weinen Sie mit mir, lachen Sie mit mir. Lassen Sie sich von meinen Geschichten verzaubern.

Aus meinem Buch: ,,Der Seemann und andere Kurzgeschichten“
 

Kampf der Geschlechter
Die Geschichte von der Ziege und dem Teufel

 

Es war einmal eine niedliche kleine Ziege. Als sie so vor der Behausung ihrer Familie stand und neugierig in den Tag schaute, sah sie plötzlich einen stolzen Jüngling mit zwei goldenen Haaren vorübergehen, der sie aber kaum bemerkte. Die kleine Ziege war von seiner Schönheit fasziniert und verliebte sich unsterblich in ihn.

Wie Ziegen so sind, setzte das niedliche Zicklein gern seinen Kopf durch, was in diesem Fall nicht so leicht werden sollte, denn der Jüngling war ein Teufel. Nicht direkt böse, aber erhaben und damit für die kleine Ziege schwierig zu erobern. Weiter erschwerend kam hinzu, dass die einzige Gemeinsamkeit zwischen Ziege und Teufel die Hörner sind.

Die kleine schlaue Ziege ließ sich so manches einfallen, um den schönen Teufel verliebt zu machen. Und wie man sich denken kann, schaffte sie es auch. So wurde geheiratet. Doch die Liebe reicht bekanntlich nicht immer aus. Und Menschen, Ziegen oder Teufel können sich nur selten ändern. So wetzten sie ihre Hörner ständig aneinander. Zunehmend wurde daraus ein Spiel, bei dem jeder von beiden nur noch den Sieg im Auge hatte. Alles andere um sie herum wurde unwichtig.

Der Teufel mit den zwei goldenen Haaren und das kleine Zicklein kämpften unaufhörlich. Kriege kosten bekanntlich Opfer. Und wenn der Kampf erbittert wird, zählen die Opfer nicht mehr, dann zählt nur noch der Sieg.
Noch heute sitzen sich die beiden an einer langen Tafel gegenüber und spielen ihr Spiel. Die schlaue Ziege hat eine raffinierte Strategie entwickelt, auf die der eitle, nun älter gewordene Teufel ständig hereinfällt. Sein Hochmut lässt ihn sein eigenes Handeln nicht infrage stellen, und das listige Zicklein beobachtet ihn sehr genau. Sie kennt mit den Jahren jede seiner Schwächen, Ängste, Stärken, seine Wünsche und dirigiert mit List und auch mit Tücke sein Handeln. Der Teufel merkt es aber nicht. Das Zicklein „zieht die Fäden“ und der schöne Teufel springt nach ihrem Willen. Die immer mutiger werdende listige Ziege genießt nun ihre Siege, denn aus ihr ist eine unschlagbare Strategin geworden.

Ihr werdet es nicht glauben, der Teufel glaubt ihr noch heute jedes Wort und liebt sie über alles. Nur sind die beiden jetzt sehr allein, weil sie über ihren ständigen Kampf den Rest der Welt vergessen haben.

 

Eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen könnte nur rein zufällig sein und liegt nicht im Sinne der Autorin.  

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Bild und Cover: Digitale Gestaltung unter Verwendung kommerziell nutzbarer Elemente, Autorin.

Ihre
Uta-Christine Breitenstein

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