28. September 2021
Thüringen

Mit Lok Ludmilla die Einheit feiern

Der Verein Geraer Eisenbahnwelten lädt am 3. Oktober zu einer ganz besonderen Nostalgie-Zugfahrt ein

Ludmilla am Start – reisen wie in den 80er-Jahren kann man am 3. Oktober mit dem Zug der ­Einheit von Gera nach Nürnberg und zurück. (Foto: Lars Naumann)

„Es ist das erste Mal, dass wir zu einem solchen ‘Zug der Einheit’ einladen. Wir hatten das schon im letzten Jahr ­geplant, aber da hat uns ­Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieses Mal klappt es bestimmt“, sagt Lars Naumann, der ­Organisator des Vereins ­Geraer Eisenbahnwelten e. V., und ­ergänzt: „Wir wollen den Menschen noch einmal verdeutlichen, dass so eine heute ganz normale Zugfahrt von Gera nach Nürnberg vor dem Fall der Mauer das war, was man im Volksmund ‘Interzonenzugverkehr’ nannte – ein Grenzübertritt mit Kontrollen zwischen zwei Staaten. Das ist heute kaum noch jemandem ­bewusst.“

Die Strecke von Gera nach Nürnberg lag ­nahe, da die beiden Städte schon seit 1988 eine Städtepartnerschaft pflegen. Ursprünglich hatte der Zug über Probstzella fahren sollen, doch diese Strecke wurde kurzfristig wegen Bauarbeiten gesperrt. Da hieß es für die Eisenbahnfreunde, schnell umzudisponieren.

Nun fährt der Thüringer Traditionszug mit Original-DDR-Schnellzugwaggons aus den 1980er-Jahren, gezogen von einer russischen Großdiesellok der Baureihe 232, über Hof nach Nürnberg. „Die Lok trägt den schönen Namen Ludmilla. Eisenbahn-Fans wissen etwas ­damit anzufangen“, sagt Lars Naumann.
Neben einem Bistrowagen wird es in dem Zug, der 250 Passagieren Platz bietet, auch eine Plakatausstellung zur friedlichen Revolution ­geben. Die meisten werden aber wohl vor allem die Nostalgie-Fahrt genießen wollen. „Bei Höchstgeschwindigkeiten von heutzutage gemächlichen 120 Stundenkilometern merkt man erst, wie groß unser wiedervereinigtes Land ist“, meint Naumann.

Start ist am 3. Oktober um 9.25 Uhr am Geraer Hauptbahnhof. Von dort geht es über Weida, Triebes, Zeulenroda Unterer Bahnhof, ­Gutenfürst, Hof Hauptbahnhof und Neuenmarkt-Wirsberg nach Nürnberg Hauptbahnhof, wo der „Zug der Einheit“ um 14.12 Uhr ­ankommt. Dann haben die Reisenden zwei Stunden Zeit, sich die Nürnberger Innenstadt anzuschauen, bevor es um 16.27 Uhr wieder zurück geht nach Gera.

„Wer nicht nach Nürnberg möchte, kann auch in Neuenmarkt-Wirsberg aussteigen und sich das dortige Eisenbahnmuseum anschauen“, empfiehlt Lars Naumann.

Karten für den „Zug der Einheit“ am 3. Oktober und weitere Infor­mationen gibt es unter der ­E-Mail-Adresse: fahrkarten@­geraer-eisenbahnwelten.de oder unter der Telefonnummer 01 72 / 3 65 39 02.

(Foto: Lars Naumann)

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