2. Juli 2022
Thüringen

Sich einfach fallen lassen

Sich aus einem Flugzeug ins Nichts stürzen, den Adrenalinkick des freien Falls spüren – das ­begeistert die Mitglieder des Ostthüringer Fallschirmsportclubs e. V. immer wieder. Und diese Faszination vermitteln sie auch gern Neugierigen. Foto: ofc-altenburg.de

Der Ostthüringer Fallschirmsportclub e. V. am Flughafen in Nobitz zählt 45 Mitglieder und ist einer von nur drei Fallschirmsportvereinen in Thüringen.

Was bringt Menschen nur dazu, sich freiwillig aus einem Flugzeug zu stürzen?
Thomas Geisler, erster Vorsitzender des Ostthüringer Fallschirmsportclubs e. V., muss da nicht lange nachdenken:
„Es ist das Gefühl der grenzen­losen Freiheit in der Luft, die anspruchsvolle Aufgabe zwischen der Beherrschung der Technik sowie dem richtigen Einschätzen von Wind und Wetter, Achtsamkeit und ­Sicherheit, aber natürlich auch Spaß im Verein.
Fallschirmspringer sind eine große ­Familie. Das Ver­trauen auf andere und die Leidenschaft für den Freifall zählen für uns.“

 

Der Spaß am Freifall – der natürlich erst einmal gründlich und gewissenhaft gelernt werden will – zählt für die Fallschirmspringer, die eine große Familie sind. Foto: ofc-altenburg.de

Der Straßenverkehr ist gefährlicher

Bei einem Verweis auf das Risiko des Fallschirmspringens schüttelt Thomas Geisler den Kopf.
„Die ­Unfallstatistik sagt eindeutig:
Fallschirmspringen ist sehr sicher, wenn man ­bestimmte Grundsätze einhält.
Autofahren ist weit ­gefährlicher, und die ­Unbekannte im Straßenverkehr ist viel höher“, hält er dagegen.
„Beim Fallschirmsport ist ein hohes Maß an Sicherheit schon in der Ausbildung ein wichtiges Thema, denn es geht nicht nur um das eigene Leben, sondern auch das um das der ­anderen Mitspringer.“

Ein Sport für Jedermann

Wenn man den Vereinsvorsitzenden darauf ­anspricht, dass es in Thüringen nur drei Fallschirmsportvereine gibt und dass der Sport doch sicher nur etwas für eine Elite ist, dann geht Thomas Geisler gern darauf ein, und man merkt ihm an, wie wichtig ihm dieses ­Thema ist:
„Fallschirmspringen ist etwas für Jedermann“, stellt er zunächst klar.
„Man sollte etwas sportlich sein, körperlich gesund und ­geistig für neue Herausforderungen offen und neugierig sein.
Viele scheuen sich ­davor, sich mit dem Sport zu ­beschäftigen, weil weitläufig gedacht wird, dass das ist nur was für gut Betuchte ist.
Der Sport ist aber bezahlbar wie andere Hobbys auch.“

 

Neugierige fast jeden Alters können bei Tandemsprüngen testen, ob der Fallschirmsport etwas für sie ist – oder einfach einmal grenzenlos Spaß haben. Foto: ofc-altenburg.de

Ab 14 Jahren kann man anfangen

Ab 14 Jahren kann man beim Ostthüringer Fallschirmsportclub anfangen.
Derzeit sind Fallschirmspringerinnen und Fallschirmspringer von 15 bis 74 Jahren an Bord.
Es gibt ein ein ­Jugendförderprogramm für Jugendliche ohne eigenes Einkommen von 14 bis 25 Jahren.
Hier bekommen die Jugendlichen besondere Unterstützung und vergün­stigte Sprungpreise, auch die Ausbildung bis zur Lizenz wird gefördert.

Beim Thema Geld wird es interessant

Richtig interessant wird es, wenn Thomas Geisler auf das Thema Geld zu sprechen kommt:
„Fallschirmspringen ist genauso teuer wie andere Hobbys auch“, sagt er.
„Es kommt wie immer darauf an, wie viel ich investieren möchte und wie stark ich das Hobby betreibe.
Im Verein kann es meist günstiger sein.
Für eine komplette Ausbildung bis zur Lizenz muss man etwa 1600 Euro ausgeben, danach bezahlt man für einen Sprung aus 4000 ­Metern Höhe um die 30 bis 35 Euro.
Bei Vereinen und geringerer Sprunghöhe werden die Sprungpreise günstiger.
Bei der Ausrüstung ist die Spanne sehr groß, von gut gebraucht zwischen 3500 und 4500 Euro bis neu zirka 8000 Euro.
Wer wenig springt, kann sich die komplette Technik im Verein ausleihen und zahlt bei uns eine Leihgebühr von acht Euro pro Sprung.“

Man sollte aber regelmäßig springen

Springen muss man allerdings regelmäßig:
Um in Übung zu bleiben, sollten mindestens zwölf Freifallsprünge pro Jahr absolviert werden.
Unterschreitet man diese, bleibt die Lizenz trotzdem weltweit gültig, man muss aber unter Aufsicht eines Sprunglehrers Auffrischungssprünge absolvieren.

Kälte ist kein Hinderungsgrund

Kann man eigentlich auch im Winter springen?
Thomas Geisler lacht.
„Wir springen auch im Winter:
Warme ­Sachen an, Wetter passt – und los geht’s!“

Weitere Informationen

Mehr zum Ostthüringer Fallschirmsportclub e. V. sowie ­Ansprechpartner für Tandemsprünge findet man unter:
www.ofc-altenburg.de

Daniel Dreckmann
dreckmann@meinanzeiger.de

 

Sich aus einem Flugzeug ins Nichts stürzen, den Adrenalinkick des freien Falls spüren – das ­begeistert die Mitglieder des Ostthüringer Fallschirmsportclubs e. V. immer wieder. Und diese Faszination vermitteln sie auch gern Neugierigen. Foto: ofc-altenburg.de

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