24. Juni 2022
Thüringen

Starke Mädchen

Die Shorty Angels, das Kinderteam der Angels Cheerleader Gera, errangen kürzlich bei der Deutschen Pokalmeisterschaft im Cheerleading, die in Riesa ausgetragen wurde, einen beachtlichen 13. Platz. Foto: Simona Pulz

Gera hat 120 Cheerleader im Great Gera Skates e. V., die sehr rührig sind und jetzt sogar an der Deutschen Meisterschaft teilnahmen.

„Jeder kann Cheerleader werden, ­unabhängig von Statur, Alter und Geschlecht.
Hauptsache man hat Spaß an Bewegung.
Dann findet sich immer eine geeignete Position“, sagt Isabell Dähne, ­Abteilungsleiterin Cheerleading im Great Gera Skates.

Ursprünge beim American Football in Gera

Das Cheerleading in Gera geht auf die Zeit zurück, als hier auch American Football gespielt wurde.
Als sich dieses Team auflöste, kam auch das Cheerleading zum Erliegen – bis sich die Angels Cheerleader Gera 1997 als Unterabteilung des Great ­Gera Skates e. V., aber als Mitglied im Cheerleading und Cheerperformance Verband Deutschland e. V., neu gründeten.

Cheerleading ist eine ganz eigene Sportart

„Cheerleading ist eine eigene Sportart, richtiger Leistungssport mit eigenen Landes-, Regional- und Deutschen Meisterschaften“, ­betont Isabell Dähne.
Wer ­also – wie der Autor – ­annimmt, dass Cheerleader, unbedingt ein Basketball- oder ein American Football Team zum anfeuern braucht, irrt gewaltig.
In Gera sind 120 Cheerleader in sechs Teams organisiert – in Kindergruppen, Jugendgruppen und in die Seniors ab 15 Jahre.

Leistungssport im Fokus

„Obwohl der Leistungssport bei uns im Vordergrund steht, wollen wir den Breitensport immer stärker ausbauen.
Und da kann man auch mit über 40 noch gut als Cheerleader aktiv sein“, erklärt die Abteilungsleiterin.
Theoretisch können natürlich auch Jungs Cheerleader werden, „in Gera sind aber keine dabei“, fügt sie ­lächelnd hinzu.
Die Kostüme – eines kostet im Schnitt 250 Euro – und auch die Pompons werden vom Verein gestellt.

Wettkampfbedingungen

Im Wettkampf gibt es ein klares Regelwerk.
Jedes Team hat 2,30 Minuten Zeit, um eine Kür mit Pflichtelementen, wie zum Beispiel Pyramiden und Tosse – also Würfen, bei denen die in die Luft Geworfenen Haltungen einnehmen müssen – Turnen, Sprüngen und Tänzen zu präsentieren. Bewertet werden auch Kriterien wie Choreographie und Ausstrahlung.
Das Cheering, also das laute Rufen zur Anfeuerung war – pandemiebedingt – in den letzten Jahren auch bei Wettkämpfen nicht mehr erlaubt.

Acht Cheerleader-Vereine in Thüringen – mit engen Kontakten

Cheerleader-Vereine gibt es in Thüringen außer in Gera noch in Erfurt, Gotha, Ilmenau, Jena, Meuselwitz, Saalfeld und Schmölln, wobei nicht alle am Wettkampfbetrieb teilnehmen.
Trotzdem ist der Kontakt untereinander gut.
So wurden zu Corona- und Lockdown-Zeiten Online-Trainings veranstaltet, die immer abwechselnd von einem anderen Vereinstrainer geleitet wurden.

Starke Leistung bei der deutschen Meisterschaft

Die Ironie will es, dass die Seniors der Angels im März in Dresden zwar Regionalmeister wurden, aber zu ­wenige Punkte gesammelt hatten, um an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen, die Shortys dagegen genug Punkte hatten, auch wenn sie keine Regionalmeister ­waren.
So starteten sie vor zwei Wochen in Riesa auf Platz 18 als erste gegen Teams aus ganz Deutschland – und konnten sich in der Endwertung auf Platz 13 verbessern.
„Eine starke Leistung“, sagt Isabell Dähne stolz.

Nächste Landesmeisterschaft in Erfurt

Die nächste Landesmeisterschaft im Cheerleading findet übrigens am ­ 3. Dezember in Erfurt statt.
Und die Angels Gera kann man an diesem Mittwoch, 29. Juni, beim Firmenlauf in Gera live erleben – oder man bucht sie für einen Auftritt bei einem Event, Vereins-, Betriebs- oder Stadtfest.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen und Kontakte unter:
www.the-angels.de
und auf der Facebook-Seite des Vereins.

Daniel Dreckmann
dreckmann@meinanzeiger.de

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