18. August 2020
Thüringen

Teilnehmerrekord beim 5. Gesamtdeutschen Rennsteiglauf

Start der Teilnehmer in Spechtsbrunn. (Foto: Jens Panse)

Insgesamt 55 Männer und Frauen absolvierten am Freitag, 14. August 2020, die Strecke des 5. Gesamtdeutschen Rennsteiglaufs von Spechtsbrunn nach Blankenstein, die zugleich auch die fünfte und letzte Etappe des Rennsteigetappenlaufs bildete.

14 Teilnehmer waren bereits um 7 Uhr in Neuhaus gestartet und absolvierten damit einen rund 50 Kilometer langen Ultra-Marathon auf dem Abschnitt des Rennsteigs, der während der deutschen Teilung nicht zugänglich war. Unter ihnen war auch der 78-jährige Peter Ullrich aus Gera, der bereits beim ersten Gesamtdeutschen Rennsteiglauf am 18. Mai 1990 und bei den folgenden drei Läufen am Start war. Nach rund 8 Stunden erreichte er in Begleitung von Holger Nolte das Ziel an der Selbitz-Brücke in Blankenstein. Vom Begründer des Gesamtdeutschen Rennsteiglaufs, Dr. Hans-Georg Kremer, bekam er bei der Siegerehrung ein Ehrengeschenk überreicht.

Am Start in Spechtsbrunn waren insgesamt 41 Läuferinnen und Läufer: 29 Etappenläufer, die bereits vier Etappen absolviert hatten. Maibritt Klaas aus Dänemark, die bis dahin verletzungsbedingt pausieren musste, sowie 11 weitere Gesamtdeutsche Rennsteigläuferinnen und –läufer komplettierten das Feld. Sie liefen von dort zusammen mit den Ultramarathonis rund 40 Kilometer bei zum Teil heftigen Dauerregen durch das ehemalige Grenz- bzw. Sperrgebiet.

Insgesamt sechsmal wechselt der Rennsteig dabei zwischen Thüringen und Franken. Heute erinnert nur noch wenig an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Die Erinnerung an deren Überwindung und den ersten möglichen Lauf durch die Sperranlagen wollen die Organisatoren vom Guts-Muths-Rennsteiglaufverein deshalb wachhalten. Präsident Jürgen Lange freute sich bei der Siegerehrung über die gute Resonanz und einen neuen Teilnehmerrekord. 24 Frauen und Männer waren es bei der ersten Auflage am 19. Mai 1990 gewesen.

Rund 59 Jahre nach dem Mauerbau war es für viele Teilnehmer aus der ganzen Republik ein besonderer Lauf auf dem Rennsteig, auch weil in diesem Jahr der Rennsteiglauf im Mai pandemiebedingt ausfallen musste. Babette Udhardt vom USV Erfurt absolvierte ihren ersten Ultramarathon. MDR-Wetterfee Sandra Voigtmann berichtete bei ihrem Lauf noch von der Strecke und zeichnete in Kießling den Wetterbericht auf. Wolfgang Nadler aus Delitzsch, der bislang bei allen Rennsteigsupermarathonläufen dabei war, testete die Strecke für einen im Oktober geplanten Friedenslauf entlang des Grünen Bandes und Daniele Tietze aus Erfurt lief in Erinnerung an einen kürzlich verstorbenen Lauffreund, der beim ersten Gesamtdeutschen Rennsteiglauf mitgelaufen war.

„Die Verbindung der beiden Laufveranstaltungen hat sich bewährt“, schätzten der Gesamtleiter Sieghard Zitzmann und Präsidiumsmitglied Jens Panse ein, der die Leitung für den Gesamtdeutschen Rennsteiglauf übernommen hatte. Der Rennsteigetappenlauf findet immer zweimal im Jahr statt. Im Sommer 2021 steht die 50. Auflage an. „Vielleicht verbinden wir das wieder mit dem Angebot für einen Gesamtdeutschen Rennsteiglauf auf dieser Etappe.“

Von Jens Panse

 

 

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