Thüringer Polizei zündet grünes Leuchtfeuer der Herzen - meinanzeiger.de
10. Februar 2020
Thüringen

Thüringer Polizei zündet grünes Leuchtfeuer der Herzen

Mehr als 800 Fahrzeuge der Thüringer Polizei lassen am 10. Februar ein grünes Band aus Solidarität mit der Kinderhospizarbeit flattern

Polizeiobermeisterin Petra Fischer und Yvonne Bierbrauer, Koordinatorin beim Thüringer Kinderhospizdienst, befestigen gemeinsam das grüne Band an einem Einsatzfahrzeug.

Für große Aufmerksamkeit sorgen am heutigen Montag, den 10. Februar 2020, die Streifenwagen der Thüringer Polizei. Und das nicht nur bei Verkehrssündern, sondern bei allen Bürgern. Die Beamten im Freistaat starten die bundesweit größte Aktion: Sie werden diesem Tag die Antennen von rund 800 Einsatzfahrzeugen mit einem grünen Band und dem Schriftzug „10. Februar – Tag der Kinderhospizarbeit“ schmücken.

Damit solidarisieren sich die Dienststellen nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern thüringenweit auch in Jena, Weimar, Suhl, Gotha, Nordhausen, Gera oder Saalfeld mit Familien, die ein lebensverkürzt erkranktes Kind haben. In Thüringen helfen das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz sowie der ambulante Thüringer Kinderhospizdienst den Betroffenen. Auch auf diese außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung agierenden Helfer will die Aktion aufmerksam machen. Wichtige Arbeit spielt sich oft im Hintergrund ab.

Auf Initiative des Leiters der Landespolizeiinspektion Erfurt, dem Leitenden Polizeidirektor Jürgen Loyen, sowie mit Unterstützung des Innenminister Georg Maier (SPD) a.D., tragen alle Einsatzfahrzeuge dieses „Hoffnungsband“. Die Inhalte der Kinder- und Jugendhospizarbeit und ihre Angebote sollen damit bekannter gemacht und gleichzeitig für ehrenamtliches Engagement geworben werden. Die Bänder wirken zugleich als ein Zeichen der Verbundenheit mit den mehr als 40.000 betroffenen Familien, deren Kinder unter einer nicht heilbaren Krankheit leiden.

Damit möchte die Thüringer Polizei ein deutlichen Zeichen setzen. Dies soll für die Hospizarbeit und nicht zuletzt um dringend benötigte Spenden werben. Ein weiteres Anliegen ist es, das Thema „Tod und Sterben von Kindern und Jugendlichen“ zu enttabuisieren.

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages fordert der Bundesverband Kinderhospiz: „Wir brauchen eine bessere Anpassung der Finanzierung an den Bedarf von Familien und an die entsprechende Konzeption der ambulanten Kinderhospizdienste!“, so Bundesvorstandsmitglied Bettina Werneburg. Die stationären Kinderhospize bleiben trotz aller Verhandlungsrunden des Bundesverbandes mit den Kassen auch weiterhin dringend auf Spendengelder angewiesen. „Im ambulanten Bereich liegt das noch ganz im Argen“, erklärt Sabine Kraft, Geschäftsführerin im Bundesverband Kinderhospiz. Der Verband drängt deshalb auf eine Einigung mit den Kassen, die es den Kinderhospizeinrichtungen erleichtert, ihre wichtige Arbeit zu tun. (Axel Heyder)

Text und Fotos: A. Heyder

 

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