18. März 2021
Thüringen

Verliebte Kröten, Frösche, Molche und Unken gehen auf Hochzeitsreise 

Der NABU Thüringen bittet um Rücksichtnahme gegenüber wandernden Amphibien

Erdkröten bei der Paarung und auf Wanderschaft. (Foto: Leo/fokus-natur.de)

Die meisten Amphibien stehen in den Startlöchern, um auf Hochzeitsreise zu gehen. Wenn es in der nächsten Woche wärmer wird, rechnet der NABU Thüringen damit, dass Kröten, Frösche und Molche verstärkt in ihre Laichgewässer wandern.

„Die Frühstarter unter den Amphibien sind sogar schon unterwegs. Zum Beispiel wurden uns die ersten Grasfrösche aus verschiedenen Landkreisen gemeldet. Nach den Grasfröschen wandern in der Regel die Berg- und Teichmolche“, erklärt Ulrich Scheidt vom NABU-Landesfachausschuss Amphibien und Reptilien, der zugleich Vorsitzender des Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART) e. V. ist. „Der große Ansturm der Erdkröten, die man leider häufig nur als Krötenmatsch auf unseren Straßen findet, steht ebenfalls kurz bevor. Wann die Tiere auf Wanderschaft gehen, wird zum einen durch ihre innere Uhr bestimmt. Weitere Faktoren sind die Außentemperatur und die vorherrschende Feuchtigkeit. Amphibien wandern bei Temperaturen unter 6° C in der Nacht und feuchter Witterung in der Hauptwanderzeit März und April.“

Damit Amphibien sicher über die Straßen kommen, bauen und betreuen viele ehrenamtliche Helfer*innen in Thüringen kilometerlange Amphibienzäune. Zudem sorgen mittlerweile fest installierte Amphibienleiteinrichtungen für mehr Sicherheit beim Überqueren der Straße. Dennoch kommen jährlich Tausende von Amphibien auf unseren Straßen ums Leben. Aus diesem Grund bittet der NABU Thüringen um Rücksichtnahme bei Amphibienwechsel. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten vorsichtig fahren, ohne dabei jedoch andere zu gefährden.

Nicht nur die Autoräder sind gefährlich für Frosch und Co. Fahren Autos schneller als 30 Stundenkilometer, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Amphibien allein schon durch den Strömungsdruck ums Leben kommen, ohne vom Fahrzeug direkt berührt worden zu sein. Der dabei entstehende Luftsog steigt so stark an, dass er die inneren Organe der Amphibien zum Platzen bringt.

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