17. November 2021
Thüringen

Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

Dazu gehörte auch die Verhüllung des Thälmann-Denkmals mit einer Tafel, wo zu lesen war: „Nichts ist so unsichtbar wie ein Denkmal (für Ernst Thälmann)“ Diese Überschrift und folgende Text hatte uns nachdenklich gemacht. „ Die dreitägige Verhüllung der Thälmann-Plastik ist eine Kunstaktion. Sie ist kein symbolischer Denkmalsturz, und sie hat keine politische Agenda! Vielmehr beabsichtigen die Initiatoren, das Monument durch das Verbergen wieder sichtbar zu machen und ein breites Publikum zur kritischen Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe anzuregen. Übrigens verfolgt die Aktion das Ziel den Ort eine Informationstafel dauerhaft beizugeben“.

Kluge Leute sagen, dass sich im Verhüllen die Gegenwart des Verborgenen zeigt. Die eigene Wahrnehmung um diese Dimension zu erweitern, ist Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte-tatsächlich eine Kunst, die man schulen sollte.

Der Buchenwaldplatz ist zentral in der Stadt Weimar gelegen. Er ist den Menschen, welche im Konzentrationslager Buchenwald sowie in dessen Außenlagern und Kommandos ermordet wurden, gewidmet. Es ist nicht möglich dieses Thälmann-Denkmal, losgelöst von der Geschichte des Konzentrationslagers auf dem Ettersberg zu betrachten. Dieses Denkmal steht symbolhaft für die geschundenen und ermordeten Häftlinge sowie für den mutigen Widerstand dieser im KZ Buchenwald gegen ein menschenverachtendes System, welche nicht wenige mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Deshalb werden wir weiter wachsam sein, wenn immer wieder versucht wird von Gegnern unserer Demokratie den Buchenwaldplatz zu instrumentalisieren, wie in diesem Jahr mehrfach passierte.

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