10. März 2021
Thüringen

Wenn die Rente im Alter für die Pflege nicht reicht: Ganz schnell wird man zum Sozialfall!

(Symbolbild: pixabay)

Am 16. Dezember 2020 übergab Steffen Dittmar aus Wurzbach der Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner in Erfurt eine Petition mit 800 Unterschriften, verbunden mit der Bitte um Hilfe bei der Lösung eines heiklen Problems für ältere Menschen. Es handelt sich um Senioren, die ihren Lebensabend aus gesundheitlichen Gründen im Pflegeheim verbringen müssen. Der Eigenanteil der Kosten für die zu Pflegenden steigt immer höher, wodurch er mit der eigenen Rente schon lange nicht mehr bezahlt werden kann.

„Ab April 2021 steht die nächste Erhöhung um zirka 290 Euro pro Monat an“, informiert nun Steffen Dittmar und weist auf die konkreten Folgen für Betroffene hin: „Ein Pflegeplatz im DRK-Pflegeheim in Bad Lobenstein kostet dann bei einem Pflegegrad 5 bereits 4082,36 Euro monatlich.“ Wobei er anzumerkt, dass diese Pflegeeinrichtung noch eine der kostengünstigsten in der Region sei. Von den über 4.000 Euro übernähme die Pflegekasse wie auch die Jahre zuvor  weiterhin 2005 Euro monatlich.

„Somit steigt der Eigenanteil der Pflegebedürftigen im Pflegegrad 2 bis 5 auf horrende 2077,36 Euro im Monat“, rechnet Dittmar vor, wobei der Eigenanteil der Kosten für den zu Pflegenden damit seit Oktober 2018 von 1243,88 Euro bis April 2021 auf 2077,36 Euro um satte 833,48 Euro gestiegen sei. „So eine gewaltige Summe kann keine Rente abdecken“, ist der Wurzbacher überzeugt: „Also wird das kleine Sparguthaben des Rentners bis auf verbleibende 5000 Euro, welche man zum Sterben behalten darf, geplündert.“ Um irgendwie noch Unterstützung zu bekommen, bleibe da nur der Weg zum Sozialamt. Dadurch würden natürlich auch die Sozialausgaben des Landkreises gewaltig ansteigen.

„Der Rentner, der sein ganzes Leben fleißig war, seine Steuern pünktlich bezahlt hat und dieses Land mit aufgebaut und zu Wohlstand und Reichtum geführt hat, dieser Rentner wird mit dem großen Fuß der Staatsmacht zu Boden gedrückt und bis auf das letzte Hemd ausgeplündert“, ist Steffen Dittmar erbost. Dabei sei dieses Problem der Regierung und dem hierzu verantwortlichen Gesundheitsministerium schon lange bekannt. „Der zuständige Minister Jens Spahn hat auch bereits im vorigen Jahr eine neue Regelung angekündigt, aber leider passiert wie immer nichts“, bedauert Dittmar und meint: „In diesem Land dreht sich alles nur noch um Corona und die Integration von Flüchtlingen. Unsere fleißigen und nun leider pflegebedürftigen Rentner werden mit ihren Problemen einfach im Stich gelassen.“ Viele von ihnen würden seiner Meinung nach lieber sterben als zum Sozialfall zu werden, weil „diese Menschen noch Rückgrat besitzen.“

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