29. September 2020
Thüringen

Wer Entscheidungen trifft, muss auch die Folgen bedenken!

Bei der letzten Volkskammerwahl in der DDR, am 18. März 1990, hat sich die Mehrheit der Bürger*innen „Für Freiheit statt Sozialismus“ entschieden! Nun stellen Viele fest: „Die Freiheit“ muss man sich auch leisten können. Aktuell ist unsere Demokratie gefährdet durch die Abstiegsangst der Mittelschicht, welche die Lasten der Gesellschaft trägt. Doch sie schrumpft seit der Wiedervereinigung, ihre Einkommen sinken. Durch die sogenannte IV. Industrierevolution, gehen schon heute gut bezahlte Jobs verloren und schlecht bezahlte Jobs nehmen zu. In Deutschland galt lange: „Wer sich anstrengt, wird mit Wohlstand belohnt“, doch diese Zeiten sind vorbei. Selbst Heiner Geißler (CDU) räumte 2014 ein, dass das Familienbild von heute nicht mehr identisch ist mit dem der 50er-Jahre, die Voraussetzungen haben sich verändert. Heute müssen beide Elternteile arbeiten, um die gemeinsame Existenz zu sichern. Die Gesellschaft muss sich öffnen für die Probleme der Familien. Der Staat muss soziale Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit seiner Bürger*innen sichern und nicht nur an die Förderung der neoliberalen Marktwirtschaft denken! Wenn der Sozialstaat weiter abgebaut wird, gibt berechtigte Befürchtungen, dass sich die Geschichte wiederholt. Prof. Volkhard Knigge schrieb zum 100. Jahrestag der Reichsverfassung, dass die rechtskonservative Elite der Weimarer Republik dachte, man könnte diesen „Hitler“ zum Aufräumen benutzen gegen die Gewerkschaften und die Arbeiterbewegung (was ja schief ging) und seine Schlussfolgerung: „Und mich erinnert vieles von dem was derzeit in der AfD passiert stark an diese Geschichte“! Kluge Leute sagen, die Geschichte wiederholt sich nicht. Wohl aber wiederholen sich menschliche Verhaltensweisen, im Guten wie im Bösen.

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