1. September 2020
Thüringen

Wie sag ich´s meinen rechten Nachbarn?

Der rote Faden des Vortrages von Philipp Ruch vom „Zentrum für politische Schönheit (ZPS)“in Weimar, war die Befürchtung, dass sich 1933 wiederholt. Die Nazis benötigten eine Unterstützung der bürgerlichen Parteien, um zur Macht zu kommen. Deshalb bezeichnete er die Wahl von Thomas L. Kemmerich zum Ministerpräsident, am 5. Februar 2019, als erste Kooperation bürgerlicher Parteien mit Rechtsextremen seit der Weimarer Republik! Also eine ernste Warnung für alle Demokraten!

Am Samstag auf den Stufen des Reichstagsgebäudes Menschen mit Symbolen der Rechtsextremisten zu sehen, ist für Demokraten unerträglich. Leider ist den Rechtsextremen damit gelungen, was sie erreichen wollten, nämlich solche provozierenden Bilder zu produzieren, die jetzt massenhaft Verbreitung finden.

Das „ZPS“ formt den politischen Widerstand des 21. Jahrhunderts und bewaffnen die Wirklichkeit mit moralischer Phantasie und der Geschichte. ZPS: „Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören muss.Sie experimentieren mit den Gesetzen der Wirklichkeit und drängen in die Leerstelle, die jahrzehntelang von den öffentlichen Intellektuellen besetzt wurde:

DAS MORALISCHE GEWISSEN!

In Bornhagen im Eichsfeld, dem Wohnort des AfD-Politikers Björn Höcke, errichtete das ZPS eine Kopie des Holocaust-Mahnmals – eine Aktion gegen rechte Umtriebe in der AfD. Dieses Mahnmal ist eine direkte Anspielung auf die Brandrede von Björn Höcke im Januar 2017 im Dresdner Ballhaus Watzke. Dort hatte Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte als „Denkmal der Schande“ bezeichnet und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert.

Das Holocaust-Mahnmal vor seinem Haus kommentierte Björn Höcke, wie folgt: „Wer so etwas tut, ist ein Terrorist. Das ZPS ist keine Künstlergruppe, sondern eine terroristische Vereinigung!“

Philipp Ruch gab uns mit auf den Weg: Wenn das so weiter geht, werden uns unsere Enkel fragen, warum habt ihr nichts unternommen gegen diese Barbarei? Und wir werden uns, wie unsere Großeltern versuchen aus der Verantwortung zu stehlen, mit der Behauptung, dass haben wir nicht gewusst.

Die Zivilgesellschaft muss alles tun, dass wir später keine Helden feiern, die bereit waren ihr Leben für die Demokratie zu opfern. Die Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung, demokratischer Gesinnung und harter Arbeit.

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