Worte zum Sonntag - meinanzeiger.de
10. Juli 2020
Thüringen

Worte zum Sonntag

Lebenslinien

Foto: pixabay.de

Die gerade Linie ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Auf dem Papier ist der Strich schnell fertig. Beim Bau von Bahnstrecken und Straßen wird es schwieriger. Erst recht lässt sich unser Leben nicht am Reißbrett planen. Zeiten und Umstände ändern sich und sie ändern uns.

Schicksalhafte Fügungen können unsere Vorhaben aus den Fugen geraten lassen. Krankheiten und Behinderungen können uns lahm legen. Und doch: Gehört nicht gerade das zum Leben? Krisen und Anfechtungen machen unser Leben unverwechselbar und reich an Erfahrungen. Ein geflügeltes Wort sagt: Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Die Bibel erzählt von Josef. Als Jugendlicher von den Brüdern in die Sklaverei verkauft, durch Verleumdung ins Gefängnis gebracht, wird er nach klugen Ratschlägen für den Pharao ein Herrscher in Ägypten. Am Ende kann er seine Familie vor dem Hungertod bewahren und sagen:

„Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.“ (1.Mose 50,20-21).

So kann auch unsere Lebenslinie in allen Wenden und manchen Wirren unser Dasein einzigartig wertvoll machen und anderen zum Segen werden. Wir können Gott darum bitten.

Gesegnete Zeit

Egmond Prill

 

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