Worte zum Sonntag - meinanzeiger.de
31. Juli 2020
Thüringen

Worte zum Sonntag

Loslassen und glauben

Foto: pixabay

Die Getreidefelder färben sich golden. Schwer neigen sich die Ähren. Die Ernte reift. Aus Indien stammt diese ­Geschichte: „Ein Bauer trug einen Sack voll Weizen nach Hause. Er freute sich über das gute Korn. Da begegnete ihm Gott und bat den Bauern: «Schenk mir deinen Weizen!» Der Bauer öffnete den Sack und suchte das kleinste Korn heraus und reichte es Gott. Der verwandelte das kleine Weizenkorn in Gold und gab es dem Bauern zurück. Da ­ärgerte sich der Bauer, dass er Gott nicht den ganzen Sack voll Weizen geschenkt ­hatte.“

Offensichtlich hat hier ­jemand falsch gerechnet. ­Warum etwas verschenken? Doch krampfhaftes Festhalten bringt es am Ende auch nicht. Der Bauer ärgert sich. Er ­hätte seinen Weizen in die Hand Gottes geben können und wäre so wirklich reich ­geworden. Denn Gott wollte seinen Segen schenken. In der Bibel heißt es:„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ (2. Korinther 9,7f).

Aussaat ist immer Arbeit auf Hoffnung. Der Bauer gibt seinen Weizen aus der Hand und bestellt sein Feld. Das ­Geheimnis: Loslassen und glauben. Vertrauen, dass Gott seine Versprechen hält. Gläubige bekennen zu allen Zeiten: An Gottes Segen ist alles gelegen.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill

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