16. April 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Foto: pixabay

Das war die Sensation: Der erste Flug eines Menschen in den Weltraum und zurück. Ganze 108 Minuten war Juri Gagarin vor 60 Jahren, am 12. April 1961, in der sowjetischen Raumkapsel ­„Wostok 1“ rund um die Erde unterwegs, bevor er am Fallschirm in der Steppe landete. Hatte die Sowjetunion schon 1957 mit dem „Sputnik“ das Tor in den Kosmos aufgestoßen, war nun der Beweis erbracht, dass Menschen solche Flüge machen können.

Damals galt dieser Raumflug zugleich als Sieg des Kommunismus über Amerika und den kapitalistischen Westen. Und auch Triumph über die Kirche, die von einem Gott im Himmel sprach und ihn anbetete. Staats- und Parteichef ­Chruschtschow erklärte der Menschheit: „Unser ­Genosse hier war im Weltall – aber Gott hat er dort nicht gesehen!“

Nun lässt sich fragen: War der Genosse nicht hoch ­genug geflogen, um Gott zu begegnen? Am 24. Dezember 1968 waren amerikanische Astronauten in der Mondumlaufbahn und meldeten sich mit einer Weihnachtsbotschaft für die Welt. Frank Borman las die Schöpfungsgeschichte der ­Bibel: „In The Beginning God“ – „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Weit entfernt sahen erstmals Menschen die Erde als leuchtende Kugel vor tiefschwarzem Grund und beendeten die Lesung: Gott segne euch alle auf der guten alten ­Erde! Um Gott zu suchen, brauchen wir nicht den Flug zu den Sternen. Denn: „Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen.“ (Psalm 145,18). Rufnummer? Psalm 50-15. Gott ist nur Gebet weit ­entfernt.

Gesegnete Zeit

Egmond Prill Theologe & Journalist

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