27. Juni 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Das Wetterleuchten am Horizont

Symbolbild: Pixabay

Später Abend in den Hochalpen. Ein schöner Sommertag ist zu Ende. Hinter der Bergkette hängen schwere Wolken. Dunkelheit zieht auf. Doch immer wieder ­geben die Wolken einen hellen Widerschein. Blau-weiß glüht sekundenlang der Horizont auf. Wetterleuchten.

Naturgewalten entladen sich in den Wolken. Dumpfes Grollen wird hörbar. Weit in der Ferne tobt ein Gewitter. Hier am Haus sind wir sicher – und doch: Ein Unwetter kündigt sich an.

Es könnte näher kommen. Die Bibel beschreibt uns an einigen Stellen in dunklen Szenen aufziehende Katastrophen und Notzeiten. Selten kommen Ereignisse wie der Blitz aus heiterem Himmel. Vielmehr kündigen sich Krisen über die Zeit hin an, ­erhellen wie das Wetterleuchten die Welt.

Jesus spricht so vom Ende der Welt: „Ein Volk wird sich erheben gegen das andere und ein Reich gegen das ­andere, und es werden ­geschehen große Erdbeben und hier und dort Hungersnöte und Seuchen; auch werden Schrecknisse und vom Himmel her große Zeichen geschehen.“ (Lukas 21,11).

Wir wollen nicht das Ende beschreien. Keiner weiß, wann es kommt. Doch wie das Wetterleuchten hinter den Bergen das Gewitter ­ankündigt, müssen wir auf die Ereignisse vor unseren Augen achten. Wirtschaftskriege, Stammeskämpfe und Terror. Umweltzerstörung, Massenelend und Banken­krisen.

Nicht Panik soll uns bestimmen, sondern die Fragen: Was liegt an uns? Wo müssen wir umkehren?
Hinter den Bergen ist es ruhig geworden. Kein Wetterleuchten, kein Unwetter. Gott sei Dank!

Gesegnete Zeit

Egmond Prill

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