17. Juli 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Ein gutes Gewissen

Symbolbild: Pixabay

Jeder Mensch hat es und trägt es mit sich herum. Es ist kein Gegenstand, es lässt sich nicht kaufen: Unser ­Gewissen, jene Stimme des Herzens, die uns anspricht.
Was hat es mit diesem Mahner auf sich? Wer spricht da eigentlich? Große Geister und Philosophen haben darüber nachgedacht. Ge-Wissen ist eine Fülle von Wissen, wie ein Ge-Birge eine Menge von Bergen ist. Es ist unser Wissen um gut und böse, um richtig und falsch. Unser ­Gewissen ist so persönlich wie unser Fingerabdruck. Im Lateinischen meint der ­Begriff ein „Mit-Wissen“, ­gemeint ist ein aufmerk­samer Wächter des Denkens und Handelns in uns. Wir kennen ein „ruhiges Gewissen“ und „Gewissensbisse“; kein Mensch ist ohne Gewissen.

In der Bibel bekennt einer: „An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und lasse sie nicht; mein Gewissen beißt mich nicht wegen eines meiner Tage.“ (Hiob 27,6). Allerdings: Man kann sein Gewissen betrügen, übertönen und ausblenden. Gewissenlos handelt, wer eigene Einsichten und die Empfindungen anderer übergeht. Der Apostel Paulus betont, dass wir uns nicht gegenseitig im ­Gewissen belasten sollen – ­zugleich das Gewissen anderer respektieren. Er sieht im Gewissen aller Menschen eine Gabe von Natur aus.

Unser Gewissen ist nicht einfach die Stimme Gottes, aber es wird auch durch den Glauben und das Wissen um Gottes Gebote geprägt. Die ­Gesellschaft und die Familie haben Einfluss sowie die ­Medien. Lassen wir uns auch in der Kirchengemeinde ein gutes Gewissen machen.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill

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