8. Oktober 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Es ist Herbstzeit

Herbst bedeutet auch manchmal Einsamkeit und stille Stunden. Foto: Pixabay

Es ist Herbst geworden. Das ging wieder schneller als gedacht. Die Sommerwochen sind verflogen und vorbei. Kalte Nächte und feuchte ­Tage kündigen sich an. Die kalte Jahreszeit zieht herauf. Rainer Maria Rilke dichtete: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben…“ Da kommt Nachdenklichkeit auf. Wehmut wird wach.

Und doch: Herbstzeit ist Erntezeit. In den Gärten leuchten Äpfel und Kürbisse. Das ist der Segen des Herbstes. Auch in unserem Leben gibt es den Herbst, da sich Jahre und Jahrzehnte zu einem Ende neigen. Was ist geworden und gewachsen? Was wird fruchtlos bleiben? Der „Ertrag“ unseres Daseins ist unterschiedlich. Viele kennen Sorgen im Lebensherbst, auch die Ängste im Alter. Alleinsein kann zur Last werden, von den Krankheiten ganz zu schweigen. Alle Gefühle und Gedanken können wir im Gebet mit Gott besprechen und entdecken: Jeder Tag ist ein Geschenk, gerade im Herbst. Ein Psalmdichter bekennt und betet: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27,1). Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Johannes 8,12).

Das ist die gute Nachricht für alle Menschen, unabhängig von der Jahreszeit und den persönlichen Jahresringen. Die Sehnsucht nach Licht und Leben, nach Halt und Heil ist nicht eine Frage hohen Alters. Jesus ist da – alle Tage unseres Lebens.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill

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