12. November 2021
Thüringen

Worte zum Sonntag

Ein Monat voller Nebel und Dunkelheit

Dunkelheit und Nebel sind Herbstmonat November oftmals vorherrschend. (Foto: G. Zeuner)

Er heißt schlicht „der ­Neunte“ Monat im Jahr: ­„November“. Das geht zurück auf den alten römischen ­Kalender mit einem anderen Jahresbeginn. Heute ist der November der elfte Monat unserer Zählung.

Der November trägt im Altdeutschen die Namen Nebelung oder Windmond. Gut beobachtet: Es ist ein Monat voller Nebel und Dunkelheit, oft mit Regen und Schnee. Es sind düstere Wochen fürs ­Gemüt. Dazu kommen Feiertage, die eher weniger an unbeschwerte Feiern voller Freude erinnern. Volkstrauertag, Bußtag, Totensonntag. Auch die Natur trägt irgendwie Trauer und zittert vor den ersten Nachtfrösten. Im Tschechischen heißt dieser Monat „listopad“ – „Blätter fallen“. Bäume und Sträucher werden kahl, die letzten Blumen verwelken und die Singvögel schweigen. Nur die Krähen ziehen laut krächzend durch den Nebel. Ein Hauch von Sterben liegt über dem Land und auf der Seele der Menschen.

Ein Psalmdichter erkennt: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig ­Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.“ (Psalm 90,10). Angesichts dessen wendet er sich an Gott und bittet: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Vom Ende des Monats leuchtet uns Licht entgegen. Mit dem Advent beginnen die Wochen voller Kerzen und Vorfreude auf Weihnachten. Mit Jesus kommen das Leben in die Welt und der Ruf zum Glauben. Übrigens: Diese Einladung gilt schon jetzt.

Gesegnete Zeit.

Egmond Prill

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