28. Mai 2021
Thüringen

Zahl der Thüringer Elektroautos hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt

Foto: ThEGA

  •  Fast 5.000 Elektroautos wurden 2020 in Thüringen zugelassen
  •  Thüringen-Ranking: Die meisten E-Autos fahren in Erfurt und Jena, die wenigsten in Suhl und im Landkreis Hildburghausen
  • E-Autofahrer können in Thüringen 941 öffentliche Ladepunkte nutzen

Elektromobilität ist weiter auf dem Vormarsch: Auf Thüringer Straßen hat sich die Zahl der Elektroautos im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Zum 1. Januar 2021 waren im Freistaat 8.124 E-Autos unterwegs – 4.061 reine Elektrofahrzeuge (+2.295) und 4.063 Plug-in-Hybrid-Autos (+2.618). Diese kombinieren eine extern aufladbare Batterie und einen Verbrennungsmotor. Damit fahren insgesamt 4.913 Elektroautos mehr im Freistaat als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und Berechnungen der Landesenergieagentur ThEGA hervor. „Der Boom der E-Autos wird erheblich befeuert durch die erhöhte Umweltbonus-Förderung, das Thüringer Programm E-Mobil Invest sowie durch die abgesenkte Mehrwertsteuer infolge der Corona-Krise“, sagt Rico Hofmann, Projektleiter für Mobilitätskonzepte bei der ThEGA. „Der Umstieg auf E-Mobilität wird auch erleichtert durch das wachsende Modellangebot der Hersteller und das immer dichtere Ladenetz“, so Hofmann. Die ThEGA hat den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Thüringen maßgeblich unterstützt, berät Kommunen, Unternehmen und Haushalte in Mobilitätsfragen und bildet kommunale Mitarbeiter*innen zu E-Lotsen aus.
Weitere Informationen: www.elektromobilitaet-thueringen.de.

Umweltministerin: bundesweit einmalige Ausbauoffensive

In Thüringen ist die Zahl der öffentlichen Ladepunkte innerhalb eines Jahres von 652 auf 941 gestiegen. Damit teilen sich aktuell neun E-Autos eine Lademöglichkeit. Für das schnelle Wachsen sorgt seit 2017 die gemeinsame Ausbaustrategie des Thüringer Umweltministeriums mit allen kommunalen Energieversorgern unter Federführung der Thüringer Energie AG (TEAG). Dafür flossen rund 580.000 Euro an Fördermitteln aus dem Programm E-Mobil Invest. „Unsere gemeinsame Ausbauoffensive für das Thüringer Ladenetz ist bundesweit einzigartig. Und sie kam zum richtigen Zeitpunkt, denn immer mehr Thüringerinnen und Thüringer setzen auf leisere und klimafreundlichere Autos“, sagt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund. „Damit das Ladenetz mit den Neu-Zulassungen mitwächst, bringen wir die Ladepunkte nun noch näher zu den Menschen, zum Beispiel vor die Haustür. Das Laden beim Einkaufen, am Arbeitsplatz oder im eigenen Wohngebiet macht Elektromobilität noch attraktiver“, erklärt Siegesmund die zweite Ausbaustufe für das Thüringer E-Ladenetz.

Die meisten E-Autos fahren in Erfurt, Jena und im Ilm-Kreis

Wie die Infografik der ThEGA zeigt, fahren die meisten E-Autos in Thüringen in Erfurt (1.127, +639 im Vergleich zum Vorjahr), in Jena (504, +309) und im Ilm-Kreis (492, +262). Die wenigsten sind in Suhl (146, +110) und im Landkreis Hildburghausen (171, +119) unterwegs. In den Daten nicht berücksichtigt sind 1.497 Elektroautos, die ein Carsharing-Unternehmen 2019 in Weimar zugelassen hat, die aber ausschließlich in Berlin im Einsatz sind. Die meisten öffentlichen Ladepunkte stehen E-Auto-Nutzern in Erfurt (97), in Gera (59) und im Landkreis Gotha (56) zur Verfügung. Die wenigsten gibt es aktuell in den Landkreisen Sömmerda (15), Sonneberg (18) und Greiz (20).

451 Elektroautos auf 100.000 Thüringer*innen

Bundesweit sind rund 590.000 E-Autos unterwegs. 350.000 davon wurden allein im vergangenen Jahr in Deutschland zugelassen. Damit hatten 13,5 Prozent und damit knapp jeder siebte neu zugelassene Wagen 2020 einen Batterieantrieb unter der Haube. In Thüringen beträgt der Anteil der elektrischen Autos an den Neuzulassungen 10 Prozent. Gemessen am Gesamtfahrzeugbestand ist der Anteil der Elektroautos allerdings noch vergleichsweise gering: Bundesweit sind es 1,2 Prozent, in Thüringen 0,8 Prozent. Auf 100.000 Thüringer*innen kommen somit aktuell 451 Elektroautos. Im vergangenen Jahr waren es noch 153, im Jahr davor 118.

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