3. Juli 2021
Thüringer Vogtland

Karikatur-Triennale nachgeholt eröffnet

Die Ausstellung im Greizer Sommerpalais ist bis zum 3. Oktober zu sehen

Eva-Maria Máriássy konnte zur Eröffnung zahlreiche Künstler und viele Besucher begrüßen (Foto: Gerd Zeuner)

Vor fünf Wochen, am 10. Juni, startete in Greiz eine stets überregional Aufsehen erregende Ausstellung in ihre zehnte Auflage: An diesem Tag öffnete die 10. Triennale der Karikatur im Satiricum des Sommerpalais’ ihre Türen für Besucher. Vier Wochen danach wurde am heutigen Samstag nun die „nachgeholte Eröffnung“ gefeiert.

Etliche der beteiligten Künstler waren anwesend und wurden wie alle Eröffnungsgäste von Landrätin Schweinsburg und Sommerpalaisdirektorin Eva-Maria von Máriássy begrüßt. Schweinsburg dankte zudem allen Menschen, die durch ihr verantwortungsvolles Verhalten dazu beigetragen haben, dass im Landkreis Greiz die Sieben-Tages-Inzidenz vom einstigen bundesweiten Spitzenwert auf Null gesunken ist: „Es ist eine Wohltat, nach der lange vermissten Geselligkeit eine solche Eröffnung wieder feiern zu dürfen.“

Insgesamt 93 Karikaturisten haben es sich zur 10. Triennale nicht nehmen lassen, zum aktuellen Motto „Das ist jetzt nicht wahr, oder?” eigene satirische Beiträge einzureichen. Damit präsentieren so viele Künstler wie noch nie in der Geschichte der Triennale ihre Arbeiten im Sommerpalais, wo sie bis zum 3. Oktober von der Öffentlichkeit bestaunt, belustigt beäugt und kritisch hinterfragt zu werden können. „Die vergangenen Monate gaben exklusive Steilvorlagen“, so von Máriássy, wohl wissend, dass die Karikaturen ja eigentlich nichts ändern können. „Doch Satire und Ironie sind Mittel, uns über trübe Zeiten hinweg zu helfen und Denkanstöße zu geben.“

Die Thüringer sind in der Ausstellung durch Renate Alf aus Weimar, die Erfurter Ulf Annel und Nel, Christian Habicht aus Eisenberg, Ulrich Forchner aus Gera, den Bad Liebensteiner Ralf Böhme (a.k.a. Rabe) sowie den Zeulenrodaer Manfred Sondermann vertreten. Letzterer ist bereits zum dritten Mal bei einer Triennale in Greiz dabei. Zudem hat Sondermann die Pandemie-Zeit genutzt, die Ossikar-Edition „Es war einmal Corona …“ zu erstellen, die in einschlägigen Geschäften und Einrichtungen erhältlich ist.

Die Karikaturen und Cartoons im Sommerpalais nähern sich unserer in vielerlei Hinsicht besonderen Gegenwart, in der nicht erst seit Corona plötzlich wissenschaftliche Tatsachen und anerkannte Erkenntnisse von jedermann infrage gestellt werden. Die Ausstellung zieht diese gesellschaftsfähig gewordene Wirklichkeitsleugnung ihrerseits in Zweifel und bietet die Chance auf Bodenhaftung und einen empfehlenswerten Wechsel der Perspektive.

Zur 10. Triennale der Karikatur erschien in bewährter Weise ein Katalog, der sowohl im Museumsladen des Sommerpalais als auch im Buchhandel erworben werden kann.

Gezeigt wird die Schau im Gartensaal und in der Beletage des Sommerpalais’ noch bis zum 3. Oktober 2021 dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr. Informationen zu den aktuell geltenden Regeln für den Publikumsverkehr bietet ein Blick auf www.landkreis-greiz.de und www.sommerpalais-greiz.de.

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