7. November 2020
Thüringer Vogtland

Das ehemalige „Schiller“ in Greiz

Lost Places

Das fallende Herbstlaub gibt den Blick auf ein im Göltzschtal, oberhalb der Mylauer Straße, liegendes Gebäude frei, das sonst gut im Wald versteckt ist und das die Greizer nur als das „Schiller“ kennen.

Im Jahre 1937 als „Kameradschaftshaus“ errichtet, wurde das Objekt 20 Jahre später zum Kulturhaus „Richard Schiller“ des VEB Papierfabrik Greiz ausgestaltet. Zunächst sogar als öffentliche Gaststätte betrieben, wurde das „Schiller“ bis 1990 als Kulturtempel für die Belegschaft der Papierfabrik genutzt. Ältere Greizer erinnern sich vielleicht auch noch an das Haus als Ausgangspunkt für Reservistenwettkämpfe und zivieldienstliche Aktivitäten.

Nach der Wende war das „Schiller“ einige Zeit Heimstadt einer Diskothek, doch seit einigen Jahren ist das am „Grünen Wanderweg“ nach Netzschkau gelegene Anwesen dem Verfall preis gegeben. Die Gebäude sind offenbar Heimstatt ungebetener Besucher und den einst gepflegten Ehrenhain mit dem an den Namenspatron des Objektes erinnernden Gedenkstein, dessen Inschrift nur schwer noch lesbar ist, holt sich die Natur zurück.

Dem Vernehmen nach hat das Anwesen vor einigen Jahren ein Greizer Unternehmer erworben, der sich über eine mögliche Nutzung in Schweigen hüllt.

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