21. Juli 2021
Thüringer Vogtland

Das steinerne Kreuz und weitere Impressionen von der Burgruine Reichenfels

Das "Heilige Kreuz" an der Burgruine in Hohenleuben zeigt vom Versuch einer Parkgestaltung vor über 200 Jahren

Das Steinkreuz wurde 1806 an der Burganlage erreichtet. (Foto: Gerd Zeuner)

Hohenleuben. Etwa einen Kilometer westlich vom Stadtzentrum des Ostthüringer Städtchens Hohenleuben befindet sich auf einem Bergsporn, etwa 45 Meter über dem Tal des Flüsschens Triebes, die Burgruine Reichenfels. Seit 250 Jahren führt eine Kastanienallee zu der idyllischen Burganlage, die heute ein geschütztes Kulturdenkmal ist und touristisch genutzt wird.

Die Burg wurde vermutlich schon im 12. Jahrhundert von den Vögten von Weida erbaut und gelangte 1356 in den Besitz der Vögte von Gera. 1550 erwarben die Burggrafen von Meißen zu Plauen die Burg und besetzten die Burgmannschaft mit Familien des vogtländischen Uradels. 1703 wurde die Burg mit allen Gebäuden von Graf Heinrich XXIV. Reuß zu Köstritz gekauft. Ab dem 18. Jahrhundert verfiel die Burg.

Im Jahre 1804 begann Fürst Heinrich XLIII. Reuß zu Köstritz, in der Ruine ein neoromanisches Schloss zu errichten und die Umgebung entsprechend parkartig zu gestalten. Die Arbeiten wurden ohne wesentlichen Erfolg 1811 eingestellt. 1846 lösten die Köstritzer Fürsten auch die Gutswirtschaft auf. Der Schlossturm stürzte 1872 ein und 1900 bis 1903 wurden Burg und Schloss bis auf die Grundmauern abgetragen.

1944 und 1955 wurde die Burganlage unter Denkmalschutz gestellt. Um sie der Öffentlichkeit für kulturelle und touristische Zwecke zur Verfügung zu stellen, wurden seit 1955 an der Anlage Instandsetzungsarbeiten ausgeführt. Auf dem Hof befindet sich das vom bereits 1825 gegründeten Vogtländischen Altertumsforschenden Verein zu Hohenleuben geschaffene Heimatmuseum Hohenleuben-Reichenfels. In diesem wird auch die Geschichte der Burg – zum Teil anhand von Funden – dargestellt. Ein kleiner Teil des Hofes hat ein Zeltdach für regensichere Freiluftveranstaltungen.

Außerhalb des Hofes befindet sich das Reichenfelser Labyrinth mit einem Durchmesser von zehn Metern und einer Weglänge von etwa 20 Metern. Rasen- und Steinlabyrinthe gelten als vorchristliche Kultstätten und dienten besonders bei Sonnwend- und Frühlingsfeiern zur Meditation, für rituelle Reigen und Schreittänze, Laufübungen und Spiele. Im Mittelalter übernahm die christliche Kirche Labyrinthe als Symbol für die ideelle Pilgerfahrt nach Jerusalem.

In der Umgebung befinden sich auch Reste der versuchten Parkgestaltung des Fürsten Heinrich XLIII., wie ein klassizistisches Sandsteintor und ein hierher verbrachtes sagenumwobenes Steinkreuz, das „Heilige Kreuz“ genannt. Das steinerne Kreuz wurde im Jahre 1806 auf Initiative des Fürsten errichtet. Es handelt sich um das einzige steinerne Kreuz in der Region Zeulenroda. Die Inschrift im Sockel „1412 zum heiligen creutz“ lässt vermuten, dass es sich um die Kopie eines älteren Kreuzes ist. (unter Verwendung von Informationen aus wikipedia)

Hier in der Slideshow einige Bilder von der Ruine:

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