14. September 2021
Thüringer Vogtland

Das Trautonium, Oskar Sala und eine Reise zum Mond

Der Musiker Peter Pichler gastierte mit dem elektronischen Instrument beim XXX. Greizer Theaterherbst

Peter Pichler am Trautonium. (Foto: Gerd Zeuner)

Das Trautonium gilt als Vorläufer des heutigen Synthesizers. Es wurde 1930 von Friedrich Trautwein in Berlin gemeinsam Oskar Sala entwickelt.

Der 1910 in Greiz geborene Oskar Sala wurde der bedeutendste Interpret des Trautoniums, das er nach der Trennung von Trautwein zum zweimanualigen Mixturtrautonium weiterentwickelte. Er setzte es 1963 für die Filmmusik zu Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ ein, wodurch das elektronische Musikinstrument größere Bekanntheit erlangte. 1975 untermalte Sala den von der NASA in Auftrag gegebene Film „A Voyage to the Moon“ von Manfred Durniok mit Trautoniummusik.

Der Münchner Musiker, Komponist und Musikproduzent Peter Pichler ist seit langem von dem Instrument und Oskar Sala fasziniert. Bis zu dessen Tod 2002 besuchte Pichler den Trautonium-Virtuosen mehrfach in Berlin und wohnte auch seinen Konzerten bei. Pichler versteht sich als musikalischer Erbe Salas und spielt das Mixturtrautonium – auch dank seiner klassischen Ausbildung – in all seinen Facetten.

Bei seinem Gastspiel im Rahmen des XXX. Greizer Theaterherbstes gestern im Kinocenter UT 99 stellte er mit seinem Programm „Das Trautonium, Oskar Sala
und eine Reise zum Mond“ das komplexe Instrument vor und erinnerte an Begegnungen mit dessen Miterfinder. Als Klangbeispiele interpretierte Pichler Kompositionen von Paul Hindemith und Harald Genzmer. Zudem begleitete er eine 30-minütige Zusammenfassung des Filmes „A Voyage to the Moon“ am Trautonium und ließ als Zugabe Klangcollagen aus Hitchcocks „Vögel“ erklingen.

„Es war mir eine Ehre, in der Geburtsstadt Oskar Salas zu sein und ich war schon ein bisschen aufgeregt“, verabschiedete sich Peter Pichler von seinem interessierten Publikum und versprach, wieder zu kommen.

 

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