20. Februar 2020
Thüringer Vogtland

Die Lieblingsorte der Greizer Gästeführer

Eine ganz persönliche und unterhaltsame Vorstellung von Lieblingsplätzen in Greiz

Corinna Zill (re.) mit Greizer Gästeführern vor einem ihrer Lieblingsorte - der Alten Wache. Foto: Gerd Zeuner

Oberes Schloss und Unteres Schloss, Altstadt und Neustadt, Pulverturm und Himmelsleiter – die ehemalige Residenzstadt Greiz ist reich an interessanten historischen Orten. Viele von ihnen sind Anlaufpunkte von Gästeführungen und werden bei Stadtrundgängen anschaulich vorgestellt. Dabei hat jeder Gästeführer seinen ganz persönlichen Lieblingsort. Ihre Favoriten möchten die Gästeführer nun einmal in einer ganz besonderen Veranstaltung vorstellen.

Die Idee dazu entstand Ende vergangenen Jahres. „Im Vorfeld des Weltgästeführertages 2020 haben wir uns überlegt, dass wir unseren 18 Gästeführern einmal die Gelegenheit geben, ihre ganz persönlichen Greizer Lieblingsplätze interessierten Bürgern vorzustellen“, erläutert die Leiterin der Greizer Tourist-Information, Corinna Zill. Diese Idee haben 13 Damen und Herren aufgegriffen, sie stellen am 11. März  im Unteren Schloss ihre Favoriten vor. Ab 17.30 Uhr berichten sie in der Textilen Schauwerkstatt, warum die jeweilige Ort eine ganz besondere Bedeutung für sie haben. Natürlich illustriert mit zahlreichen Bildern, die in einer Power-Point-Präsentation gezeigt werden.

Himmelsleiter, Pulverturm und Elstertal

So vielfältig und facettenreich die Greizer Historie und Architektur ist, so verschieden sind auch die Lieblingsorte der Gästeführer. Angelika Schinnerling beispielsweise wird über die Himmelsleiter sprechen, die über ihre 209 Stufen auf dem kürzesten Weg von Greiz nach hinauf nach Pohlitz führt. „Von klein auf bis heute nutze ich die Himmelsleiter und jedes mal entdecke ich dabei etwas Neues“, sagt die Gästeführerin. Für Almut Kaul ist der Pulverturm ihr Lieblingsplatz: „2016 war das 175-jährige Bestehen des Turmes. Anlässlich des Jubiläums habe ich mich intensiv mit ihm befasst.“ Sabine Künzel möchte das Tal der Weißen Elster zwischen Greiz und Wünschendorf vorstellen, weil sie die Natur in diesem Bereich besonders liebt. Janett Heydrich ist der Markt besonders ans Herz gewachsen: „Ich habe dort viele Jahre als Marktfrau gestanden und mir manchmal überlegt, wie das Markttreiben früher wohl ausgesehen hat.“

Die Sage vom Schlossbrunnen

Andreas Münnich wird den Schlossbrunnen auf dem Oberen Schloss vorstellen. „Das ist mein Lieblingsort, weil der Brunnen Gegenstand einer Sage ist, die Marko Schlieven 2007 im Greizer Heimatkalender veröffentlicht hat“, sagt der Gästeführer, den die Geschichte nicht mehr losgelassen hat, auch weil in ihr ein Hund eine herzzerreißende Rolle spielt.

Für Brunhild Junghans ist das Tunnelwappen mit dem lächelnden Tunnelmann in der Thomasstraße ein ganz besonderer Ort, während Brigitte Stange das Greizer Postwesen vorstellen wird. Sie selbst hat jahrelang in dem Postgebäude in der Neustadt gearbeitet.

Mausoleum und Tempel

Gisela Peter stellt die Aufgänge zum und Abgänge vom Oberen Schloss vor. Diese geht sie täglich, schließlich wohnt sie seit 64 Jahren auf dem Oberen Schloss. Der Lieblingsort von Johanna Kühnast ist das Waldhaus bei Greiz: „Das ist ein besonders geschichtsträchtiger Ort“, weiß sie. Der letzte regierende Fürsten Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie hat Waldaus sehr geliebt. Dort ließ er auch das Mausoleum als Begräbnisstätte der letzten Greizer Reußen bauen.

Für Kerstin Fischer ist der Gasparinentempel ein ganz besonderere Ort: „Hoch oben über der Stadt befindet man sich in Augenhöhe mit dem Oberen Schloss!“ Andrea Roth hat die Alte Wache besonders ins Herz geschlossen, weil es ein „schönes lauschiges Plätzchen inmitten von Greiz“ ist.

Jaqueline Bräunlich stellt den jüngsten Greizer Ortsteil vor – Neumühle gehört seit dem 1. Januar dieses Jahres zur Kreisstadt. „Hier ist es wunderschön, nicht umsonst nannte man den Ort früher Luftkurort“, schwärmt die junge Gästeführerin, die seit 20 Jahren selbst in Neumühle lebt und hier besonders den Zusammenhalt der Einwohner schätzt.

Konrad Wiedemanns Thema ist die Webschule und die Webereigeschichte von Greiz. Damit beschäftigt sich der Vorsitzende des Vereins Technische Zeitzeugen und langjährige Mitarbeiter des ehemals größten Textilbetriebes der Stadt seit langem ganz intensiv.

Wer der Vorstellung der Lieblingsorte der Greizer Gästeführer beiwohnen möchte, ist zu der etwa eineinhalbstündigen Veranstaltung am 11. März herzlich eingeladen. Tickets gibt’s im Vorverkauf in der Greizer Tourist-Information im Unteren Schloss.

 

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