4. August 2020
Thüringer Vogtland

Fantasie, Wirklichkeit und Erinnerungen – Ausstellung in Bad Lobenstein

Angela Niepel, Leiterin des Regionalmuseums Bad Lobenstein, ist entzückt über die kulturellen Langzeitspuren, welche das Ehepaar Irene und Jörg Zoch in unserer Region hinterließen. (Foto: Roland Barwinsky)

Bad Lobenstein. Die derzeitige Wechselausstellung im Regionalmuseum Bad Lobenstein nennt sich „Fantasie und Wirklichkeit“. Thematischer Schwerpunkt ist die Druckgrafik. Also bildkünstlerische Arbeiten, welche mit Hilfe von Vervielfältigungstechniken hergestellt wurden. Konkret bewundert werden kann eine innovative Projektarbeit dortiger Regelschüler, welche im Unterrichtsfach Kunsterziehung entstand. Vier Schülerinnen aus genauso vielen unterschiedlichen Herkunftsländern machen auf diese Art ihre wunderbar blühenden Gedankenwelten öffentlich. Zugleich ist plastisch zu sehen wie unterschiedlich dieses Quartett lebensbejahender junger Damen das persönliche Alltagsleben reflektierte und eigene Beobachtungen ins persönliche Schaffen integrierte. Als Gesamtpaket wirkt alles recht einfühlsam, durchgängig warmherzig sowie ausdrucksintensiv. Unverrückbare Erkennungsmerkmale, die sich recht behutsam auf alle gezeigten Stücke übertragen lassen.

„Besonders wichtig ist uns aber zugleich auch eine lebendige Erinnerungskultur in unserem Hause zu entwickeln“, resümierte Leiterin Angela Niepel. Sie dachte deswegen im Vorfeld verstärkt an Irene und Jörg Zoch. Einem aus Leipzig stammenden Ehepaar, welches lange Zeit im nahe gelegenen Heinersdorf ein neues Domizil fand und während ihres jahrzehntelangen Aufenthaltes im Oberland die hiesige Kulturlandschaft mit Ideenreichtum bereicherte, kreativ inspirierte sowie elanvoll aufhübschte. Allein im Regionalmuseum sorgte diese dynamische Rastlosigkeit der zwei Kulturbegeisterten dafür, dass mehrere Ausstellungen von diesem Duo konzipiert und durchgeführt wurden. Fast ein Dutzend Bücher wurden von dem Paar veröffentlicht. Lesungen, Führungen und Vorträge ergänzten ihre vielseitigen Aktivitäten. Linolschnitte sowie Bastelarbeiten von Jörg Zoch lassen die Vergangenheit, wo sich das Paar mit druckvoller Power einbrachte, noch einmal blumig aufblühen. Zumal viele Arbeiten fortan als Schenkung diesem kurstädtischen Kulturanbieter für immer zur Verfügung stehen werden. Es entstanden somit bleibende Werte für die Region.

Von Roland Barwinsky

Service

Die Ausstellung ist zunächst bis Ende August zu sehen. Das Regionalmuseum Bad Lobenstein befindet sich auf dem Schlossberg 20 und ist dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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