20. Februar 2020
Thüringer Vogtland

Geburtsstation der Gynäkologie- und Geburtshilfeklinik Schleiz ab 21. Februar geschlossen

Im Schleizer Krankenhaus kommen keine Babys mehr zur Welt. Foto: OTZ/Oliver Nowak

Aufgrund eines aktuellen und unvorhergesehenen ärztlichen Personalmangels muss die Geburtsstation Schleiz bis auf weiteres still gelegt werden. Ab Freitag, 21. Februar, 16 Uhr, kann keine ausreichende ärztliche Versorgung der Patientin mehr sichergestellt werden“, informiert das Landratsamt am 19. Februar und teilt dazu weiter mit:

„Diese Entwicklung bedaure ich sehr“, so die Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg, „denn sie macht nicht zuletzt viele Wochen Arbeit der Geschäftsführung zunichte, um die schwierige Personalsituation in der Klinik in den Griff zu bekommen. Ob es uns wirklich gelingt, neues Personal zu akquirieren, wage ich nach den neuesten Entwicklungen zu bezweifeln. Bei allem Respekt vor dem Informationsbedürfnis der Medien und der Bürger, Schleiz ist nun ein Beispiel dafür, wie man in einer Sache in guter Absicht das Gegenteil erreicht. Denn auf Presseveröffentlichungen folgten am Montag Absagen zweier über Personalvermittler geworbener Fachärzte und die Krankmeldung zweier angestellter Ärzte. Damit haben wir in der Klinik nur noch einen Facharzt, der bereits im Vorjahr gekündigt hat und planmäßig zum 31. März aufhört. Er allein kann und darf nicht 24 Stunden, sieben Tage die Woche die ärztliche Versorgung absichern. Das muss jedem klar sein. Zumal wir in Thüringen die aus meiner Sicht praxisuntaugliche Vorschrift haben, dass für jede Abteilung 5,5 Ärzte, davon 3,5 Fachärzte vorzuhalten sind. Diese Vorgabe bringt gerade kleine Krankenhäuser in wirtschaftlich extrem schwierige Lage, weil unter den genannten Bedingungen und mit den jährlichen Geburtenzahlen wie in Schleiz nicht kostendeckend gearbeitet werden kann“, erläutert Martina Schweinsburg.

Geschäftsführer Ralf Delker: „Wir versuchen so schnell wie möglich eine Lösung für diese – insbesondere für die Patientinnen – unangenehme Situation zu finden. Ab Freitag sind planmäßig keine Patientinnen mehr auf der Station“.

Die Mitarbeiter der Klinik sind auf dem Wege eines Mitarbeiterbriefes vom Geschäftsführer ausführlich über die aktuelle Situation informiert. „Die unter den Mitarbeitern vorherrschende Unsicherheit ist verständlich“, so der Geschäftsführer.

Nichtsdestotrotz arbeiten Geschäftsführung und Aufsichtsrat weiterhin mit Hochdruck daran, für den Krankenhaus-Standort Schleiz zumindest eine Grundversorgung zu sichern. „Inwieweit uns das gelingt, hängt nicht zuletzt auch von der Unterstützung aller Beteiligten vor Ort für dieses Ziel ab“, so Martina Schweinsburg abschließend.

Auch interessant