Gemeinschaft erleben - „Naaman“ als Musicalprojekt - meinanzeiger.de
15. Januar 2020
Thüringer Vogtland

Gemeinschaft erleben

„Naaman“ – Musicalprojekt als Chance für die Region um Ebersdorf

Treffen der Initiatoren des Musicals um Anne und Tillmann Boelter (3.und 4. von rechts). Foto: Zeh

Von Simone Zeh

Wenn es um das neue Familienmusicalprojekt „Gott und die Welt“ in Ebersdorf geht, kommt Anne Boelter, Pastorin im Kirchspiel Saalburg-Ebersdorf ins Schwärmen: „Wir wollen von Gott erzählen, wofür wir brennen unter die Leute bringen, ganz ohne Zwang.“ Es ist ein fünf­jähriges Projekt. Mit dem Musical „Naaman“, einer Geschichte aus dem Alten Testament, soll es beginnen.

Gegen Vereinzelung und Ausgrenzung

Dafür haben Ideengeber Anne und Ehemann Tillmann Boelter schon viel Begeisterung geweckt. „Jeder kann mitmachen und die Gaben und Talente einsetzen, die jeder mitbekommen hat. Wir wollen auch gegen Vereinzelung und Ausgrenzung vorgehen.“ Dabei spielt es keine Rolle, welches Alter jemand hat, ob er kirchlich ist oder nicht, ob er körperlich oder geistig behindert ist oder mit Migrationshintergrund in Deutschland lebt.

Eine Chance, Menschen zusammenzubringen

Gemeinsam Musik ­machen, im Chor singen, die Tontechnik beherrschen lernen, Theater spielen, ­Kostüme und Requisiten herstellen und Gemeinschaft erleben, all das zeichnet das Familien­musical aus. Dabei wurden schon mehrere Partner aus der gesamten Region ­gefunden, die mit Kindern und Erwachsenen das Musical erarbeiten. Insgesamt 60 oder 70 Akteure sollen zur Aufführung im Juni dabei sein. „Das ist unser Wunsch“, so Anne Boelter. „Wir ­suchen noch Leute, die ­mitmachen.“ Das sei auch eine große ­Chance, Menschen zu begeistern, sie ­zusammenzubringen, dass sie sich kennenlernen. Eine Chance nicht nur für Ebersdorf, sondern für die ganze Region.
„Es wird auch ein ­Gewinn sein für die, die ­mitmachen, um sich selbst zu ­verbessern, ob im Chor, in der ­Tontechnik oder im Schauspiel. Gerade in letzterem Bereich werden noch Leute gesucht, die auf der Bühne agieren wollen“, sagt Boelter. Dabei werde generationsübergreifend gedacht. Die ­Kleinsten sind vier Jahre alt und singen im Chor, die Ältesten sind 70 Jahre alt und sind in der Organisation tätig.

ThEKiZ und Musikschule unterstützen

Wer die einzelnen Bereiche betreut und sich beteiligt? „Wir haben sofort zugesagt“, erzählt ­Christiane Winkler vom Thüringer ­Eltern-Kind-Zentrum (ThEKiZ), welches in Ebersdorf Räumlichkeiten hat. „Wir wollen den Familien in der Region gerne zusätzliche Angebote geben.“ Menschen gewinnen, ins Gespräch zu kommen, sich ­auszuprobieren. Man stelle dafür die Räumlichkeiten für Treffen und Proben zur Verfügung. Musikschulleiterin Sylke Pasold nannte es eine schöne Möglichkeit, dass den Musikschülern die Möglichkeit gegeben werde, mitzumachen und dann vor Publikum aufzutreten. Und Uwe Fischer wird die Musik so erarbeiten, dass sie für Musikschüler spielbar ist.

Drei Aufführungstermine stehen bereits

Frank Schmidt von Live­soundmixing, der bisher mehr als tausend Veranstaltungen technisch betreute, will Interessierte für die Ton- und Lichttechnik begeistern. Auch da kann jeder mitmachen. Chorleiterin Elke Grimm indes will Teilnehmer fürs Singen begeistern. Für Schauspiel und Theater zeichnen sich Anne Boelter und Anne Houdelt verantwortlich. Zusammen und mit Hilfe finanzieller Unterstützung sowie Spendeneinnahmen bei den Aufführungen soll das fünfjährige Projekt zum Erfolg geführt werden. „Ein halbes Jahr haben wir nur Zeit, das ist sportlich“, so Tillmann Boelter. „Du allein bist Gott und ich vertraue Dir“, heißt es in einem Lied aus dem Musical „Naaman“– Worte, die auch für die Musicalarbeit stehen können.
Drei Aufführungstermine stehen bereits fest: Am 5. Juni sind um 10 Uhr die Schulen und Kindergärten, am Nachmittag die Eltern und Großeltern eingeladen. Am 6. Juni wird das Musical in Liebengrün im Gasthaus „Hirt“ aufgeführt.

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