Im Zeichen der Rose - meinanzeiger.de
7. Mai 2020
Thüringer Vogtland

Im Zeichen der Rose

Sonderschau im Unteren Schloss zu Greiz widmet sich der "Königin der Liebe"

Neben dem Gemälde “Akt mit Rose" von Peter Zaumseil zeigt Rainer Koch auf Elly-Viola Nahmmachers Skulptur "Dornen", die in einer Vitrine gemeinsam mit einem Gedicht des Lyrikers Günter Ullmann präsentiert wird. (Foto: Gerd Zeuner)

Greiz. Eigentlich sollte die aktuelle Sonderausstellung bereits seit Ende März zum Bummel in das Untere Greizer Schloss einladen. Doch aus den Corona geschuldeten Gründen musste das Museum geschlossen bleiben und auch beispielsweise Osterspaziergänge durch die entsprechend hergerichteten Räume entfallen.

Seit dem 5. Mai lädt sie nun aber zum Besuch ein, die Sonderausstellung „Die Rose – Königin der Liebe“. Natürlich kaum mehr mit österlichen Exponaten, dafür um so informativer und facettenreicher, was die Protagonistin der Schau betrifft. „Wir haben die Zeit genutzt, die Ausstellung zu erweitern und ein wenig den aktuellen Erfordernissen anzupassen“, sagt Museumsleiter Rainer Koch. Für ihn ist es kein Anachronismus, „in Zeiten der Distanz die Nähe zu propagieren.“ Denn die Rose ist das Symbol der Liebe, die ja nur durch Nähe erfüllend ist.

Museumsbesuch mit Auflagen

Für die Museumsmitarbeiter ist die Zeit der Coronakrise wie für alle Menschen eine ganz besondere Herausforderung. „Es ist schon eine schwierige Situation in einer Zeit, in der die Menschen primär andere Probleme haben, als ein Museum zu besuchen“, räumt Koch ein. Um so mehr freut er sich auf Besucher, die mit Mund-Nase-Schutz und unter Einbehaltung weiterer Sicherheitsbestimmungen – die sind auf einer Tafel neben der Desinfektionsflasche für die Hände am Einlass erläutert – die Ausstellung mit ihren Lieben besuchen.

Wissenswerte Einblicke

Denn die umfangreiche Schau vermittelt wissenswerte Einblicke in die Geschichte der „Königin der Liebe“ mit aktueller Relevanz im Kontext regionaler Bezüge. Rosen gibt es schon seit Millionen von Jahren, ihre Symbolik durchzieht die unterschiedlichsten Zivilisationen der Kulturgeschichte. Wobei ihre Bedeutung durchaus Veränderungen unterlag. Bereits in der griechischen Mythologie ist sie erwähnt – hier soll die Göttin Aphrodite die ersten Rosen mit ihrem Blut rot gefärbt haben. Im Grab von Tutenchamun wurden Rosenblätter als Grabbeigaben gefunden und bei den Römern nahm der Rosenkult bisweilen dekadente Züge an. Deshalb hatte es die Königin der Blumen zu Beginn der Christenzeit schwer, Eingang in die christliche Religion zu finden. Die Rose überlebte in den Klostergärten als Heilpflanze, bis sie sich im 6. Jahrhundert zum Sinnbild der Reinheit und Keuschheit entwickelte. Sie stand zunehmend als Symbol der Marienverehrung. Und seit dem späten Mittelalter verbreitete sich der Rosenkranz, der eins aus gepressten Rosenblütenblättern hergestellt war, auch in Europa.

Regionale Bezüge

Für die Sonderschau im Unteren Schloss wurde auch die Dauerausstellung neu gestaltet. So zieren die große Tafel im Gelben Salon Rosenarrangements und große Infotafeln nehmen Bezüge auf die Hochzeiten von Mitgliedern der Greizer Fürstenfamilie. Überhaupt gibt es weitere lokale Bezüge zu entdecken. So wird an den Rosengarten erinnert, der bis 2003 im Greizer Park zum Lustwandeln einlud. Lustwandeln in ihrer ursprünglichsten Form konnte man wohl auch in der einstigen Greizer Rosengasse. Die wurde 1925 in Mollbergstraße umbenannt.

Die Ausstellung wird durch frische Gestecke sowie mit Rosenmotiven geschmückte Schalen, Vasen und Figuren sowie Gedichte und Werke der bildenden Kunst illustriert. Herausragend hier sind die Gemälde von Peter Zaumseil, die Fotos von Peter Metzner und Exponate der Gothaer Sammlerin Edith Breitkreuz.

Zu den Lieblingsobjekten des Museumsleiters gehören neben den Poesiealben aus dem 19. Jahrhundert und den rosenverzierten chinesischen Porzellanhunden drei Exponate mit unmittelbaren regionalen Bezügen: Neben dem Gemälde „Akt mit Rose“ von Peter Zaumseil steht die Skulptur „Dornen“ von Elly-Viola Nahmmacher. Die Holzplastik der vor 20 Jahren verstorbenen Greizer Künstlerin wird in einer Vitrine gemeinsam mit einem Gedicht des vor elf Jahren verstorbenen Greizer Lyrikers, Malers und Musikers Günter Ullmann präsentiert. „Hier schließt sich auch irgendwie ein Kreis“, sagt Rainer Koch, „denn sowohl Peter Zaumseil als auch Günter Ullmann waren langjährige Mitarbeiter unseres Museums.“

Hier in der Bildergalerie gibt es weitere Impressionen!

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Die Rose – Königin der Liebe“ ist bis zum 8. November zu sehen. Geöffnet ist das Museum im Unteren Schloss dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Mehr über die Austellung: Hier Klicken!

 

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