10. Mai 2020
Thüringer Vogtland

Lost Places: Ehemalige Bunkeranlage an der Kölbelmühle?

Betonierte und gemauerte Hinterlassenschaften im Wald oberhalb der Kölbelmühle. (Foto: Gerd Zeuner)

Auf unserer gestrigen Rundwanderung von Cunsdorf über den Steinpöhl, die Steinermühle, die Kölbelmühle und zurück (Grüne-Punkt-Markierung) zum Ausgangspunkt haben wir oberhalb der Kölbelmühle Reste eines verlassenen Bauwerkes entdeckt.

Die Kölbelmühle, ein ehemals beliebtes Feriendomizil für Kinder aus Greiz und Umgebung, hat nach jahrelangem Dornröschenschlaf offenbar wieder einen privaten Besitzer gefunden. Das großflächige Anwesen im Tal des Triebitzbaches sind wir bei unserer Wanderung in südöstlicher Richtung umgangen. Dabei stießen wir etwa zehn Meter oberhalb der Grundstücksbegrenzung im Wald auf eine Bunker ähnliche Ruine. Hinter einem vergitterten Fenster der betonierten Hinterlassenschaft ist Bauschutt zu sehen. In einem etwa acht Quadratmeter großem Raum daneben ebenfalls, dazu ein zerbrochenes Wagenrad mit Achse. Einige Stufen führen auf ein kleines Plateau, das eine runde Öffnung aufweist. Ein ehemaliger Brunnenschacht? Etwa zwei Meter dahinter führt eine Art Wendeltreppe hinab in den vergitterten Kellerraum. Das ehemalige Bauwerk wird an drei Seiten von einer Natursteinmauer umfriedet, darüber hinaus zeugen Betonsäulen im Wald von einer einstigen Grundstücksbegrenzung.

Kurzfristige Recherchen im Internet erbrachten keine Erkenntnisse, um was es sich bei der Ruine im Wald handelt. Lebte hier, abseits der Zivilisation, ein Einsiedler oder war es gar eine militärische Bunkeranlage? Über Hinweise und Informationen darüber würde ich mich sehr freuen!

Update 09.06.2020: Die Veröffentlichung des Beitrages am 3. Juni im Allgemeinen Anzeiger Thüringer Vogtland stieß auf großes Interesse. Einige Leser haben sich daraufhin gemeldet und mich informiert, dass es sich bei den steinernen Hinterlassenschaften im Wald oberhalb der Kölbelmühle, wie bereits vermutet, nicht um die Reste einer ehemaligen Bunkeranlage handelt. „Es sind die Grundmauern und Keller eines ehemaligen Sommerhauses“, teilen uns Greizer und Schönbacher Einwohner mit. Das Anwesen habe dem ehemaligen Elsterberger Textilunternehmer Arno Renz gehört. Vor über 50 Jahren wurde das Sommerhaus ein Opfer der Flammen, vermutlich durch Brandstifung. Dass die Gebäudereste in den 70er und 80er Jahren von den Kampfgruppen und/oder anderen paramilitärischen Organisationen genutzt wurde, will allerdings niemand ausschließen.

 

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