27. Mai 2021
Thüringer Vogtland

Lotto Thüringen Ladies Tour 2021, Etappe 3 – Rund um Schleiz

Niederländische Radrennfahrerin gewinnt auf dem Schleizer Dreieck

Etappensiegerin Lucinda Brand (Arne Mill/frontalvision.com)

Die dritte Etappe der 33. LOTTO Thüringen Ladies Tour erlebte eine lange Flucht und dann ein fulminantes Finale an der ältesten Motorsportrennstrecke Deutschlands in Schleiz. Es gewann Lucinda Brand (Trek Segafredo). Die Gesamtführende Emma Norsgaard (Movistar Team Women) sicherte sich den zweiten Platz der Etappe vor der belgischen Meisterin Lotte Kopecky (Nationalteam Belgien) und wird damit auch auf der morgigen vierten Etappe Rund um Dörtendorf das gelbe LOTTO Thüringen Leaders Trikot tragen. Erneut sorgten zwei Fahrerinnen des Teams RSG Gießen Biehler für die Fluchtgruppe des Tages, die bis zur letzten Bergwertung das Rennen prägte.

Schleiz, 27.05.2021 (TRF):

Erneut prägte kühles und diesmal auch regnerisches Wetter die dritte Etappe der diesjährigen Austragung der LOTTO Thüringen Ladies Tour in der Rennstadt Schleiz.

93 Fahrerinnen aus 17 Teams standen am Start der Etappe. Die heutige Etappe führte das Fahrerinnenfeld von der ältesten Motorsportrennstrecke über drei Berg- und zwei Sprintwertungen rund um den Stausee Hohenwarte bis nach Saalfeld und zurück nach Schleiz. Bereits nach wenigen Kilometern initiierte Helena Bieber von der RSG Gießen Biehler – einem von nur zwei Club-Teams im Feld – die etappenprägende Fluchtgruppe. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Lucie Journier sowie Caroline Andersson (Coop – Hitec Products) und Kirsten Wild (Ceratizit – WNT) konnte der Vorsprung zwischenzeitlich bis auf 8:30 Minuten ausgebaut werden. Dahinter machte sich nach der ersten Bergwertung die Niederländerin Lisa Müllenberg (Andy Schleck – CP NVST – Immo Losch) allein auf die Verfolgung – allerdings ohne in Sichtweite der weit enteilten Spitzengruppe zu kommen.

Erst nach gut 70 Kilometern kam in der Anfahrt zur zweiten Bergwertung Bewegung ins Feld, als Trek – Segafredo begann, die Verfolgung zu organisieren. Durch die Tempoverschärfung schmolz der Vorsprung schnell zusammen und auch das Feld wurde immer mehr dezimiert, bis schließlich nur noch etwa 40 Fahrerinnen zusammen waren. Schon nach diesem Anstieg waren von den ursprünglich achteinhalb nur noch zwei Minuten übrig geblieben. Andersson hatte inzwischen den Anschluss an ihre drei Begleiterinnen in der Spitze verloren.

Am letzten Bergpreis des Tages, einem steilen Stich, der in Ziegenrück von der Saalequerung wieder hinauf führt, wurden schließlich auch Kirsten Wild und Helena Bieber gestellt. Im Anstieg wurde bei hohem Tempo aus dem Feld heraus immer wieder attackiert, bis schließlich Liane Lippert (DSM) und Lucinda Brand (Trek – Segafredo) Erfolg mit ihrem Vorstoß hatten und kurz vor der Bergwertung an der Spitze vorbeirauschten. Kirsten Klein konnte sich trotz der bereits langen Flucht noch einmal herankämpfen, fiehl aber nach kurzer Zeit wieder zurück. Brand ließ schließlich auf dem Schlusskilometer Lippert stehen und sicherte sich mit einem beherzten Vorstoß auf der Rennstrecke den Sieg. Zwei Sekunden später schossen schon die Verfolgerinnen über den Zielstrich. Den Spurt dieser Gruppe sicherte sich die Gesamtführende Emma Norsgaard (Movistar) vor Lotte Kopecky (Nationalteam Belgien). Im Ziel sagte die Tagessiegerin Lucinda Brand: „Heute ewar eine gute Gelegenheit, um im Gesamtklassement Boden gut zu machen. Dafür hatte hatte ich mir die letzte Bergwertung genau angeschaut. Der Plan ging gut auf und ich war froh, mit Liane Lippert eine starke Begleiterin zu haben. Ich hatte mir auch die letzten beiden Kilometer mit den Wellen auf der Rennstrecke gut eingeprägt und wusste, wo es Sinn macht, die entscheidende Attacke zu setzen, um zu versuchen, allein ins Ziel zu kommen – und auch das hat geklappt!“

Im Gesamtklassement schiebt sich die Tagessiegerin Lucinda Brand (Trek Segafredo) wieder auf Platz zwei, jetzt sechs Sekunden hinter Emma Norsgaard (Movistar Team Women). Lotte Kopecky (Nationalteam Belgien) ist Dritte mit 12 Sekunden Rückstand. Noch immer sich vierzehn Fahrerinnen weniger als eine Minute in der Gesamtwertung auseinander. Damit bleibt die Rundfahrt also auch nach der Hälfte der Etappen spannend und offen.

Die morgige vierte Etappe Rund um Dörtendorf wird auf der Runde ausgetragen, die bereits aus den früheren Austragungen der LOTTO Thüringen Ladies Tour bekannt ist. 4mal muss der Rundkurs inklusive des „Hanka-Berges“ absolviert werden. 101 schwere Renn-Kilometer warten also auf das Peloton und werden sicherlich für Bewegung im Gesamtklassement und einen spannenden Etappenverlauf sorgen.

Wertungstrikots:

LOTTO THÜRINGEN Leader-Trikot Emma Norsgaard (Movistar Team Women)

B&H Spedition Sprint-Trikot Emma Norsgaard (Movistar Team Women) (wird auf der Etappe getragen von Lucinda Brand (Trek-Segafredo))

OPEL Schorr Berg-Trikot Kathrin Hammes (Ceratizit-WNT Pro Cycling Team)

SPARKASSE Nachwuchs-Trikot Emma Norsgaard (Movistar Team Women) (wird auf der Etappe getragen von Lea Curinier (Arkea Pro Cycling Team))

IKK classic-Aktiv-Trikot Katharina Fox (RSG Gießen Biehler) ) (wird auf der Etappe getragen von Ella Harris (Canyon/Sram Racing))

Etappensiegerin-Trikot Lucinda Brand (Trek-Segafredo) (wird auf der Etappe getragen von Amy Pieters (Team SD Worx)

GOTHA-ADELT-Amateur Trikot (wird nicht getragen) Helena Bieber (RSG Gießen Biehler)

(Arne Mill/frontalvision.com)
(Arne Mill/frontalvision.com)

 

Etappensiegerin Lucinda Brand (Arne Mill/frontalvision.com)

 

 

 

 

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