22. September 2012
Thüringer Vogtland

Menschliche Wesenszüge. Aus Zeulenroda stammende Kunststudentin Romy Rexhäuser zeigt im Städtischen Museum Zeulenroda Arbeiten wie die Alten Meister

Als würden Werke von Dürer, Hohlbein und Cranach vor einem hängen. „Rollenspiele“ nennt sich die neue Ausstellung im Atrium des Städtischen Museums in Zeulenroda. Die ausstellende Romy Rexheuser ist gerade mal Mitte Zwanzig. Wie passt das zusammen? Kunst studiert sie nicht. Aber Kunstgeschichte, bislang in Dresden, Montpelier und Berlin. Dabei muss sie sich täglich mit den großen Meistern auseinandersetzen. Die deutsche Renaissance hat es ihr besonders angetan. Dabei beschäftigt sie immer wieder die gleiche Frage: Wie könnte man derartige Werke mit heutigen Mitteln schaffen? Sie mag die Stille, die Erhabenheit dieser Werke. Letztlich schlägt sie eine Brücke zwischen der alten Malerei und heute real existierenden Personen. Familienmitglieder „müssen“ als Modell herhalten. Es folgen erste Skizzen. Haltung, Gestik und Mimik entsprechen den alten Meistern. Etwa ein Jahr benötigt Romy Rexheuser pro Bild, das in Öl auf Leinwand entsteht. Verkaufen? Nein, verkaufen würde sie die entstandenen Arbeiten niemals. Dafür stehen ihr die porträtierten Menschen viel zu nah.

Romy Rexhäuser ist in Zeulenroda aufgewachsen. In der Kunst-AG des Schiller-Gymnasiums ist sie ihre ersten künstlerischen Schritte gegangen. Der Zeichenzirkel wurde von Günther E. Eckardt geleitet. Im Frühjahr wird sie ihr Studium in Berlin beenden. Wie es danach weitergeht, kann sie heute noch nicht sagen. Kurator an einem Museum wäre sie gern. Aber dieser Stellenmarkt sei heiß umkämpft. Denkbar wäre auch ein Job als Galerist für zeitgenössische Kunst oder eben weiterhin forschend in der Kunstgeschichte arbeiten. Aber das ist noch Zukunft.

Jetzt ist Romy Rexhäuser erst mal begeistert, dass es in ihrer alten Heimat mit der Ausstellung im Städtischen Museum geklappt hat. Fotografien von ihr waren hier im Rahmen eines Schulprojekts schon mal zu sehen. „Rollenspiele“ ist ihre erste eigene Ausstellung. Ergänzt wird sie neben den Arbeiten in Öl mit Zeichnungen und Collagen. Eines ist fast sämtlichen Werken gleich: Inhaltlich dreht es sich bei der Kunststudentin immer wieder um den Versuch, menschliche Wesenszüge zu erfassen.

Zu sehen ist die Ausstellung im Atrium des Städtischen Museums bis zum 13. Januar 2013.

PS: Bitte bedenken, dass es sich bei den hier gezeigten Fotos um keine Reproduktionen unter Studiobedingungen handelt. Die Aufnahmen entstanden innerhalb der Ausstellung. Es können geringe Farbabweichungen und Tonwertunterschiede auftreten.

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