Mit Heimsieg gegen Nürnberg auf Platz drei? - meinanzeiger.de
18. Dezember 2019
Sport

Mit Heimsieg gegen Nürnberg auf Platz drei?

DRB-Ringer-Bundesliga, RSV Rotation Greiz

Im letzten Kampf der Vorrunde geht es für Greiz um einen Podestplatz. Hier die Vorschau

von Erhard Schmelzer:

Die zweite Bundesligasaison der Ringer ist für den RSV Rotation Greiz fast beendet. Im letzten Heimkampf der Saison erwartet die Mannschaft mit dem größten Zuschauerzuspruch Deutschlands zum Abschluss der Vorrunde in der Sporthalle An der Eisbahn den SV Johannis Nürnberg. Der Greizer Ringerverein hat bisher eine phantastische Saison gerungen. Hatte man bereits im Vorjahr als Aufsteiger nach der Vorrunde einen aufsehenerregenden dritten Platz belegt, musste man in der Rückrunde doch etwas Lehrgeld zahlen und rutschte auf den vierten Platz in der Staffel Südost ab. Zum inoffiziellen Titel eines ostdeutschen Meisters reichte es aber immerhin noch. In dieser Saison, in einer weitaus stärker besetzten Staffel mit dem deutschen Meister SV Wacker Burghausen und dem Vizemeister Red Devils Heilbronn kämpfend, geht es gegen Nürnberg um den dritten Platz in der Vorrundengruppe.

Gelingt gegen die Franken der achte Saisonerfolg? Zwei Remis in schweren Auswärtskämpfen vervollständigen außerdem die Greizer Bilanz. Dann wäre der Greizer Ringerverein erstmals wieder nach 2001 auf den Weg in das Viertelfinale der Endrunde der deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Ein inoffizieller Titel ist den Greizern aber schon jetzt sicher. Auch 2018 heißt die erfolgreichste ostdeutsche Ringermannschaft wieder RSV Rotation Greiz.

Wie können die Greizer die Endrunde erreichen?

Der Weg in die Endrunde ist mit Hindernissen gepflastert. Grundvoraussetzung ist ein Sieg gegen Nürnberg und der dritte Tabellenplatz hinter den schon feststehenden Ersten und Zweiten aus Burghausen und Heilbronn. Dann steht am gleichen Abend das Losverfahren an, das im Anschluss an die Kämpfe im saarländischen Rigelsberg durchgeführt wird. Von den drei Drittplatzierten der einzelnen Staffeln muss einer ausscheiden.

Die Konkurrenten um den Platz in der Endrunde sind der saarländische Vertreter ASV Hüttigweiler und der KSV Witten aus Nordrhein-Westfalen, mit dem sich die Greizer schon öfter auseinandersetzen mussten. Wer von diesen Dreien wird Lospech haben? Im Vorjahr erwischte es den Vertreter dieser Staffel, es war Nürnberg, das im Losverfahren die Segel streichen musste. Schon vor zwei Jahren hatten die Nürnberger Pech, den sie trafen vierzehn Tage nach ihrer Vorrundenniederlage in der Endrunde schon wieder auf Burghausen. Das würde den Greizern nicht widerfahren, denn der Deutsche Ringer-Bund hat Festlegungen getroffen, die ein Aufeinandertreffen von Mannschaften aus einer Staffel im Viertelfinale verhindern.

Auf welche Mannschaften könnten die Greizer nun treffen? Neben den beiden Staffelsiegern KSV Köllerbach aus dem Saarland (Staffel Südwest) und dem ASV Mainz 1888 (Nordwest) könnte auch ein Zweitplatzierter aus diesen Staffeln zugelost werden. Das wären der vorjährige Halbfinalgegner von Burghausen, der TuS Adelhausen, der im südlichsten Baden in der Nähe der Schweizer Grenze beheimatet ist, der der Stadtrivale des ASV Mainz, der SV Alemannia (Mainz-)Nackenheim. Beim Stadtderby des deutschen Meisters von 1973 und 1976 ASV Mainz 88 gegen Nackenheim wurde übrigens vor vier Wochen Greiz mit 1.123 Besuchern der Zuschauerrekord für die Saison 2019 entrissen. Noch erfolgreicher war der KSV Köllerbach aus dem Saarland, der 1966, 1968 und 1972 deutscher Meister wurde und 2017 Burghausen im Finale unterlag. Der Vorkampf im Viertelfinale ist übrigens für Sonnabend, den 28.Dezember terminiert. Er würde in Greiz stattfinden.

 Allerdings muss erst einmal der SV Johannis Nürnberg bezwungen werden. Der Vorjahresdritte kam in der Vorrunde nicht so recht ins Laufen, unterlag klar in Schorndorf und wurde sogar in heimischer Umgebung von den Greizern mit 17:11 bezwungen. Doch in der Rückrunde lief es besser. Mit dem georgischen Weltmeister Nugzari Tsurtsumia in der leichtesten Gewichtsklasse (57 kg/g) und dem ehemaligen Greizer Daniel Ligeti (130 kg/f) im Schwergewicht wurde Schorndorf bezwungen und Heilbronn kam gerade noch mit einem 16:13 Sieg davon. Der sympathische Ungar Ligeti kämpfte 2008 in der 2. Bundesliga in der 96 kg-Klasse für Greiz. Er wechselte 2010 in die schwerste Gewichtsklasse, errang Silber- und Bronzemedaillen bei Europameisterschaften, startete bei den Olympischen Spielen in London und Rio de Janeiro, wo er Platz sieben belegte. Der Kampf gegen den Greizer WM-Dritten Magomedgadji Nurov könnte ein besonderer Leckerbissen werden.

 Angepfiffen wird der Kampf gegen Nürnberg am Sonnabend, den 21.Dezember, um 19:30 Uhr. Bereits um 17:30 Uhr trifft die zweite Vertretung im Kampf um die Silbermedaille in der Landesliga Sachsen auf die WKG Weißwasser/Cottbus.

Auch interessant