25. Februar 2021
Thüringer Vogtland

Museum Reichenfels erhält Fördermittel und öffnet seine Türen – virtuell

Der Eingang zum Museum Reichenfels (Foto: Gerd Zeuner)

Hohenleuben. Gleich ein ganzes Maßnahmenpaket hat Museumsleiterin Antje Dunse beim Deutschen Verband für Archäologie im Projekt „Neustart Kultur für Museen“ – einem Corona-bedingten Förderprogramm – beantragt und nun die Zusage erhalten, dass Investitionen in Höhe von über 70.000 Euro zu 90 Prozent bezuschusst werden.

Antje Dunse (Foto: G. Zeuner)

Für das Museum Reichenfels, welches die Sammlungen des 1825 gegründeten Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben beherbergt und seit 2016 auch von diesem getragen wird, sind das viele kleine Schritte in Richtung Zukunft. So soll die vorhandene Ölheizung auf Erdgas umgestellt werden und mit dem Wegfall der großen Öltanks der Raum als neues Depot genutzt werden. Das wird die beengte Depotsituation entspannen, freut sich Antje Dunse. Auch im Ausstellungsbereich sind verschiedene Maßnahmen geplant, die mit neuen Vitrinen auch kleine konzeptionelle Veränderungen mit sich bringen. Der Verkaufsbereich wird erweitert und das Büro mit neuen Einbauschränken und -regalen ausgestattet. Die Computeranlage erhält einen zentralen Server, an den alle Arbeitsplätze angebunden werden. Zur Klimaregulierung in Depot- und Ausstellungsräumen sind weitere Luftentfeuchter, Überwachungsgeräte und – zum Schutz von Mitarbeitern und Besucher – auch Luftreinigungsgeräte geplant.

Baumpfad wird reaktiviert  –Paten gesucht

Was Antje Dunse besonders am Herzen liegt, kann nun dank der Fördermittel auch verwirklicht werden – die Reaktivierung des Reichenfelser Baumpfades. Dieser wurde 2009 rund um das Museum und die Ruine angelegt und umfasst mehr als 40 Baum- und Straucharten, die auf kleinen Schildern erklärt wurden. Mittlerweile sind die Schilder verblasst und der Baumbestand nicht mehr komplett. Das soll sich jetzt ändern. Bei den bewilligten Fördermitteln sind auch Gelder für eine neue, noch umfassendere Beschilderung und Ergänzungspflanzungen eingeplant. Vielleicht finden sich ja auch für die neu zu pflanzenden Bäume und Sträucher Naturliebhaber, die mit einer Patenschaft in Höhe von 20 bis 40 Euro – je nach Art und Größe der Neupflanzung – den Eigenanteil des Museums reduzieren, so die Museumsleiterin.

Virtueller 360°-Rundgang

Herzlich willkommen und hereinspaziert! Museumsleiterin Antje Dunse freut sich über die neue Möglichkeit, das Museum auch während der Corona-bedingten Schließung präsentieren zu können. Ein virtueller 360°-Rundgang macht dies möglich. Per Klick können ab jetzt alle Ausstellungsebenen vom Keller bis zum Dachgeschoß vom heimischen Computer oder einem Smartphone aus erkundet werden. Dass man damit die Besucherzahlen reduzieren könnte, hat man im Museum keine Angst. Denn die Erfahrungen von großen Museen, die virtuelle Rundgänge schon länger anbieten, haben gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Museen werden bekannter und ein virtueller Besuch macht Lust auf mehr. So ist sich Antje Dunse sicher, dass der virtuelle Rundgang im Internet einmal mehr die Vielfalt und Einzigartigkeit der Sammlungen und Ausstellungsbereiche im Museum Reichenfels zeigt und – wenn endlich wieder geöffnet werden kann – auch neue Besucher anlocken wird.

Abrufbar ist der 360° Rundgang ebenso wie ein kurzer Film über das Museum über die Homepage www.museum-reichenfels.de. Beides wurde gefördert vom Bundesverband Soziokultur e.V. im NEUSTART – dem oben genannten Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen.

 

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