20. Oktober 2021
Thüringer Vogtland

Ringen, DRB-Bundesliga: Vogtlandderby in Greiz!

Der RSV empfängt zum ersten Heimkampf der Saison den AV Germania Markneukirchen

In der Greizer Sporthalle an der Eisbahn steht ein begeistertes Publikum hinter seiner Mannschaft. Hier eine Aufnahme von einem früheren Heimkampf. Am Sonnabend empfängt der RSV hier den AV Markneukirchen. (Foto: G. Zeuner)

Greiz. Die Mannschaftskampfsaison der Ringer läuft bereits seit Anfang September. Nach drei Auswärtskämpfen kann Bundesligist RSV Rotation Greiz, der einzige thüringische Ringerverein, der in einer der beiden höchsten deutschen Ligen kämpft, am Sonnabend, 23. Oktober, erstmals seine Zuschauer zu einem Heimkampf in der Sporthalle an der Eisbahn begrüßen. Gegner zum Vogtlandderby, das um 19:30 Uhr angepfiffen wird, ist der  alte Rivale AV Germania Markneukirchen.

Die Ringer-Bundesliga kämpft mit 26 Mannschaften in vier Staffeln. Nach Meinung vieler Fachleute ist die Oststaffel, in der außer Markneukirchen und Greiz auch Aue, Lübtheen und mit Hösbach und Kleinostheim zwei Teams aus dem Aschaffenburger Raum kämpfen, die ausgeglichenste. Jeder kann jeden schlagen, für Spannung ist gesorgt. Die vier Tabellenersten nach der Vorrunde erreichen die Finalrunde. Zu jeder Mannschaft gehören zehn Sportler, fünf Kämpfe werden im freien Stil, fünf im griechisch-römischen Stil ausgetragen. Da in jedem Team vier ausländische Athleten eingesetzt werden können, Mannschaftskämpfe dieser Art nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgetragen werden, reisen Woche für Woche Spitzenringer aus der ganzen Welt an.

Auch die Greizer Mannschaft hat sich vor der Saison spektakulär verstärkt. Besonders die beiden Neuzugänge aus Ungarn, die im griechisch-römischen Stil kämpfen, sorgten für Furore. Tamas Lörincz (77 kg) wurde Olympiasieger, Alex Szöke (97 kg) unterlag zwar in Tokio im Kampf um die Bronzemedaille, revanchierte sich aber mit dem Vizeweltmeistertitel vor zwei Wochen in Oslo. Auch die weiteren Zugänge der Greizer können sich sehen lassen: der ehemalige Europameister aus Moldawien Ghenadi Tulbea in der leichtesten Gewichtsklasse, der ehemalige Vizeeuropameister Christian Fetzer aus Württemberg, der dreimalige deutsche Vizemeister Ergün Aydin, der langjährige türkische Auswahlringer Ahmet Bilici im Schwergewicht, oder die starken Nachwuchssportler Richard Schröder, der in diesem Jahr Dritter bei den Junioren- Europameisterschaften werden konnte oder der zu seinem Heimatverein zurückgekehrte U 23-EM-Starter Lucas Kahnt.

Die Greizer Neuzugänge Ergün Aydin, Christian Fetzer, Ahmet Bilici und Ghenadi Tulbea. (Foto: Erhard Schmelzer)

Aber auch die Gäste haben eine starke Mannschaft an Bord. Ihr Eigengewächs Franz Richter gehört zu den besten Schwergewichtlern in Deutschland. Bei einem internationalen Turnier im September in Dänemark unterlag er den für Greiz kämpfenden rumänischen Ex-Europameister Alin Alexuc knapp mit 7:10. Obwohl auch in Markneukirchen die erfolgversprechendsten „Bänke“, wie die Rumänen Razvan Kovacs und Florin Tita, die Türken Münir Aktas und Tarik Gür oder der Russe Darsam Dzhaparov aus dem Ausland kommen, ist es der Leitung gelungen, mit Erik Löser (Gelenau) und Anton Vieweg (Lugau) die besten sächsischen Nachwuchssportler an sich zu binden.

Der Greizer RSV-Präsident Thomas Fähndrich freut sich vor allem, „dass es jetzt endlich wieder losgeht mit den Ringer-Wettkämpfen in Greiz. Das Interesse für den Ringkampfsport in Greiz ist auch nach der langen Pause ungebrochen. Der online-Kartenverkauf erfolgt über unsere Homepage rsv-rotation-greiz.de. Aber natürlich wird es auch eine Abendkasse geben und einen Vorverkauf am Freitag vor dem Kampf. Trotz der Pandemie hat sich unsere Helferschar sogar noch vergrößert. Und wir werden jede helfende Hand benötigen, in den fünf Wochen nach den Kampf gegen Markneukirchen werden wir noch vier spannende Heimkämpfe austragen.“

Bereits der um 17:30 Uhr beginnende Vorkampf am 23.Oktober hat es in sich. Da trifft die zweite Vertretung des RSV Rotation Greiz in Staffel B der Landesliga Sachsen im Kampf um den zweiten Tabellenplatz auf den Tabellennachbarn aus Werdau. Im Vorkampf hatten die Greizer nach spannenden und dramatischen Kämpfen mit 12:10 knapp die Nase vorn. Der Tabellenzweite qualifiziert sich wie der etwas enteilte Tabellenführer FC Erzgebirge Aue II für die Finalrunde, dessen Sieger im nächsten Jahr die Regionalliga Mitteldeutschland vervollständigen wird.

Von Erhard Schmelzer

Richard Schröder nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Junioren-EM. (Foto: DRB)

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