7. Mai 2021
Thüringer Vogtland

Serie Thüringer Künstler: Günther Eckardt – ein Leben für die Kunst

Plastiken, Malerei, Grafik, Zeichnung

Günter Eckardt (Foto: Gerd Zeuner)

Günther Eckardt kann auf ein künstlerisches Schaffen von rund 80 Jahren zurückblicken. Davon etwa 60 als berufstätiger Künstler. Und noch heute steigt der 88-Jährige nahezu täglich in sein Atelier unterm Dach hinauf. Nicht nur, um das Œuvre seines Lebenswerkes zu ordnen und zu katalogisieren, sondern auch, um zu zeichnen und zu malen.

„Ideen gibt es noch jede Menge, doch die Umsetzung fällt mir jetzt natürlich etwas schwieriger“, sagt der Maler und Grafiker, der in Pausa geboren wurde und seit 1978 mit seiner Frau Johanna im ehemaligen Jagdhaus der Familie von Tümpling im Aumaer Ortsteil Zickra lebt. Erste Berührungen mit der Kunst hatte er bereits als Kind, als ihn ein Lehrer in der Volksschule Pöllwitz nach dem Unterricht das Einmaleins des Zeichnens beibrachte. Nach der Schule lernte er Holzbildhauer. Holz spielt zwar immer eine Rolle in seinem Leben, aber leider kann er körperlich nicht mehr der Holzbildhauerei widmen. Anfang der 1950er Jahre ging Günther Eckardt nach Dresden zum Abitur und Studium, ab 1955 studierte er an die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Seit dem Studium ist Eckardt als freischaffender Künstler tätig. Zu DDR-Zeiten kamen die Aufträge von Betrieben und auch vom damaligen Gewerkschaftsbund. So entstanden Porträts, Landschaftsbilder sowie Reliefs an und in öffentlichen Gebäuden. Dazu unterrichtete er an der Erweiterten Oberschule in Zeulenroda leitete leitete im hiesigen Möbelkombinat und in der Wema Zirkel für Kunst interessierte Arbeiter. „Ich konnte immer von der Kunst leben“, blickt Günther Eckardt zurück. Die Liste seiner Arbeiten im öffentlichen Raum ist lang und vielfältig: Holzreliefs, Marmor, Glasgestaltung, Keramikwände, Holzintarsien, Deckenmalerei, Malerei auf Holz beispielsweise in Zeulenroda, Greiz, Bad Klosterlausnitz, Stadtroda, Blankenhain, Jena und Apolda.

„Auch nach der Wende hatte ich Glück. Es gab keinen Bruch, wie bei manchen Künstlern, sondern etliche Auftraggeber“, erzählt der 88-Jährige. Einen der ersten Aufträge erhielt er vom Verband Bildender Künstler – eine Grafikserie über die zehn Gebote. Obwohl Eckardt nicht religiös war und ist, führte er den Auftrag aus. Themen wie Glaube, Gewalt, Krieg, Krankheit und Tod bewegen ihn noch heute. Auch wenn Günther Eckardt wohl als der Maler wunderschöner Landschaften im Wechsel der Jahreszeiten verankert ist. Seine schroffen Felsen der Normandie, der Blick auf die Pinien der Toskana, die sanften Farben der Provence und die hügelige Thüringer Heimat sind sensible Arbeiten, durch die er zu den empfindsamen Künstlern der Region zählt. Mit Sensibilität und Empfindsamkeit gestaltet Günther Eckard auch seine individuellen Neujahrsgrußkarten, die er jedes Jahr an gute Freunde, Mitstreiter, Kollegen, Ärzte und auch Politiker verschickt. Die nächsten für 2022 sind gedanklich bereits in Vorbereitung.

 

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