21. November 2021
Thüringer Vogtland

Souveräner Heimsieg

DRB-Bundesliga: Greiz schlägt Aue 20:8

Die siegreiche RSV-Mannschaft, stehend v.l.: Christian Fetzer, Betreuer Toni Stade, Dawid Karecinski, Trainer Tion Hempel, Abdul Galamatov, Richard Schröder, Ergün Aydin, Sebastian Wendel, Alex Svöke und Co-Trainer Konstantin Sommer. Vorn, v.l.: Ghenadie Tulbea, Igor Besleaga und Zurab Matcharashvili. (Foto: G. Zeuner)

Greiz. Das Ostderby zwischen dem RSV Rotation Greiz und der Ringermannschaft des FC Erzgebirge Aue entschieden am Sonnabend die Gastgeber überraschend klar mit 20:8 für sich. Den sieben Einzelsiegen der Greizer Mannschaft standen lediglich drei Erfolge der Gästeringer gegenüber.

Da Hösbach gegen Kleinostheim zuhause 9:16 verlor, hat sich der RSV in der Oststaffel auf Platz drei der Tabelle vorgeschoben und sich bereits für die Play-Of-Runde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft qualifiziert.

Unten in der Bilder-Slideshow erste Impressionen und alle Ergebnisse. Zur Bildergalerie: Hier klicken!

Hier der Bericht von Erhard Schmelzer:

••• Mit höchstem Saisonsieg auf den dritten Tabellenplatz ••• RSV Rotation Greiz vs. FC Erzgebirge Aue 20 : 8

Mit Spannung wurde in Greiz dem Ostderby in der Bundesliga der Ringer entgegengesehen. Die Gäste vom FC Erzgebirge Aue waren in der Vorwoche zu Hause nicht angetreten und hatten eine 0:40 Niederlage einstecken müssen. Greiz hatte den Vorkampf in Aue knapp mit 15:12 für sich entschieden. Wie würde nun die Rückrunden-Aufstellung der Erzgebirger aussehen? Der Greizer Trainer Tino Hempel hatte sein Team gegenüber der Niederlage gegen Spitzenreiter Kleinostheim auf drei Positionen geändert. Alle drei Aufstellungsänderungen führten zu Siegen.
Obwohl der geplante Vorkampf der zweiten Mannschaften nicht durchgeführt werden konnte, war die Veranstaltung trotz der Corona-Beschränkungen, es galt die 2G-Regel, wie in Greiz üblich wieder einmal gut besucht. Da aber auf Grund der Corona-Bedingungen entschieden weniger Zuschauer wie üblich in der Halle waren, ergab sich für den Verein ein spürbarer finanzieller Verlust.
Der Georgier Zurab Matcharashvili (57 kg/g) traf auf den Afghanen Gul Hussain Adel und drängte ihn von der ersten Sekunde an in die Defensive. Im angeordneten Bodenkampf fielen dann auch sofort die Punkte. Nach zwei Aushebern und einer Rolle stand es nach knapp zwei Minuten schon 11:0. In der Folgezeit gelang dem Georgier zwar kein spektakulärer Griff mehr, doch nach 3:45 Minuten hatte der Greizer durch Einserwertungen 15:0 gewonnen (Mannschaftsstand: 4:0)
Sebastian Wendel (130 kg/f) musste sich, selbst nur 95 Kilogramm wiegend, mit dem 25 kg schwereren Altmeister Nico Schmidt auseinandersetzen. Große technische Feinheiten waren nicht zu erwarten. Die einzige technische Wertung, ein Runterreißer, gelang dem 12-maligen deutschen Meister und EM-Dritten, dem 2009 in dänischen Herning nur die WM-Bronzemedaille verwehrt blieb, weil er die falsche Trikotfarbe hatte (auch so blöde Ringerregeln gab’s mal!) in der ersten Kampfminute. Der 43-jährige Frankfurter Feuerwehrmann kam nach einer 30 Sekunden-Strafe zum 3:0. Mit etwas mehr Entschlossenheit wäre dem Greizer vielleicht in der Schlussphase doch noch ein Knöchelgriff gelungen. (4:2)
Erstmals wurde Ghenadie Tulbea (61 kg/f) in der zweitleichtesten Gewichtsklasse eingesetzt. Würde er wie Schmidt im Kampf der Generationen bestehen können? Im leichteren Limit schien das schwieriger. Der in Aue heimisch gewordene Luckenwalder Philipp Herzog war nun auch kein heuriger Hase mehr. 2010 hatte er als EM-Dritter der Junioren sein bestes Jahr, 2018 wurde er letztmalig Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften. Ein technisch starker Beinangriff brachte die 2:0 Halbzeitführung des Greizers. In der zweiten Hälfte versuchte der Auer das Blatt zu wenden, lief aber in einen Konter und lag nun 0:4 zurück. Eine Bravourleistung des 42-jährigen Greizers. (6:2)
Der ungarische Vizeweltmeister Alex Szöke (98 kg/g) traf auf das Auer Eigengewächs Connor Sammet, das es geschafft hatte bei der B-Jugend, der A-Jugend und den Junioren jeweils deutscher Meister zu werden. Mit einem Runterreißer, bei dem der Auer auf den Rücken fiel, ging der Ungar 4:0 in Führung. Ein verkehrter Ausheber im angeordneten Bodenkampf brachte dann sogar die selten vergebene Wertung „Fünf“. Ein zweiter Runterreißer brachte gegen den physisch starken und nie aufsteckenden aber technisch unterlegenen Auer die 12:0 Halbzeitführung. Eine Aktion des Auers am Mattenrand endete mit der Resultatsverbesserung von 12:1. Der zweite angeordnete Bodenkampf brachte dann die Entscheidung: Ausheber von Alex Szöke und 17:1 Sieg. (10:2)
Wie im Vorkampf Christin Fetzer wurde Dawid Karecinski (66 kg/g) vom Ungarn Mate Krasznai in der Anfangsphase überrascht und musste vier Punkte und einen weiteren für das Verlassen der Matte abgeben. So sehr sich der Pole auch anstrengte, er bekam den ungarischen Auswahlringer nicht in den Griff. Im Bodenkampf konnte der Auer seine Führung durch einen Ausheber auf 10.0 ausbauen. Zur Halbzeit führten die Greizer Mannschaft mit 10:5.
Ergün Aydin (86 kg/f) blieb es vorbehalten die Greizer Führung gegen den in Aue lebenden Iraner Vahid Samarbakhsh auszubauen. Bereits in der ersten Minute lag der Greizer nach einem Beinangriff 2:0 in Führung. Bis zur Halbzeit baute der immer besser in Form kommende Hallbergmooser seine Führung auf 4:0 aus. Dass der Stendaler Kampfrichter Christoph Krumrey seinen Konter in der fünften Minute mit zwei Punkten bewertete, konnte man aber als glücklich bezeichnen. Am Ende siegte der Greizer sicher mit 9:0 Punkten (13:5)
Gegen den 18-jährigen Auer Nachwuchsringer Tim Ullrich war Abdul Galamatov (71 kg/f) klarer Favorit. Nach der dritten Angriffsaktion, einem Kopf-Hüft-Schwung, lag der Gästeringer bereits nach 1:11 min auf dem Rücken. Daran hätte auch nichts geändert, wenn der Konter des Auers bei der zweiten Angriffsaktion des Greizers mit 2 Punkten bewertet worden wäre. (17:5)
Igor Besleaga (80 kg/g) und der 30-jährige mehrfache ungarische Meister Laszlo Szabo lieferten sich sechs Minuten lang ein verbissenes und ausgeglichenes Gefecht. Auch im Bodenkampf konnte sich keiner Vorteile erarbeiten. Die Entscheidung fiel in der vierten Minute als es dem Greizer gelang seinen Gegner am Kopf zu schnüren und am Boden zu beherrschen. (18:5)

Im letzten Kampf hatten die Gäste gegen Richard Schröder (75 kg/f) den Polen Mateusz Kampik gestellt, der 1:0 in Führung ging. Der Greizer glich aus und konnte kurz vor der Pause mit einem Beinangriff 3:1 in Führung gehen. Unglücklich muss man die Entscheidung des Kampfrichters nennen, als der Greizer die Matte verließ um eine Wertung zu erziele und erlebte wie an Stelle der eigenen „Zwei“ eine gegnerische „Eins“ fiel. Richard Schröder, der in Luckenwalde trainiert und dessen Trainer Erik Zabel, früher selbst einmal in Greiz aktiv, es sich nicht nehmen ließ, seinen Schützling zu begleiten, übernahm jetzt immer mehr das Heft des Handelns. Der Pole, konditionell am Ende etwas überfordert, versuchte mit Kontern vom Mattenrand aus zum Erfolg zu kommen. Am Ende stellte Schröders 6:3 Erfolg den Greizer 20:8 Sieg sicher.

Mit dem vierten Sieg im siebten Kampf erkämpfte sich Greiz den alleinigen dritten Platz in der Tabelle der Bundesliga Staffel Ost. Die bisher punktgleichen Hösbacher unterlagen gegen Kleinostheim deutlich mit 9:16 und liegen jetzt zwei Punkte dahinter.
Bereits in der nächsten Woche kommt es zum letzten Heimkampf der Hauptrunde. Gegner ist dann wieder um 19:30 Uhr eben dieser KSC Germania Hösbach.

Bericht: Erhard Schmelzer

Einzelergebnisse:

Stilart Gewicht Ist Name Ist Name Punkte Wertung Zeit
Gr.-röm. 57 56,7 Zurab Matcharashvili N (5) 56,9 Gul Hussain Adel N4 (-2) 4:0 TÜ 15:0 03:45
Freistil 61 59,4 Ghenadie Tulbea N6 (1) 60,3 Philipp Herzog (1) 2:0 PS 4:1 06:00
Gr.-röm. 75A 74,1 Christian Fetzer (2) 74,8 Robert Attila Fritsch EU (7) 0:3 PS 0:8 06:00
Freistil 75B 74,9 Richard Schröder (2) 74,9 Mateusz Dariusz Kampik (1) 2:0 PS 6:3 06:00
Gr.-röm. 98 97,4 Alex Grergö Szöke EU (7) 97,3 Connor Sammet (-2) 4:0 TÜ 17:1 04:25
Freistil 130 95,1 Sebastian Wendel (-2) 120,9 Nico Schmidt (1) 0:2 PS 0:3 06:00
Gr.-röm. 66 65,9 Dawid Karecinski EU (5) 65,8 Mate Krasznai EU (5) 0:3 PS 0:10 06:00
Freistil 71 67,5 Abdul Hadi Galamatov N4 (-2) 64,6 Tim Ullrich (-2) 4:0 SS 8:0 01:11
Gr.-röm. 80 79,7 Igor Besleaga EU (5) 79,8 Laszlo Szabo EU (5) 1:0 PS 3:1 06:00
Freistil 86 84 Ergün Aydin (2) 79,8 Vahid Samarbakhsh N (5) 3:0 PS 9:0 06:00

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