27. März 2020
Thüringer Vogtland

Tiere werden weiter vermittelt

Die Corona-Krise trifft auch das Tierheim Greiz

Elke Becker mit dem Maine-Coon-Kater Paul und Mitarbeiter Andreas Flohr mit dem Hauskater Paul. Die beiden Stubentiger sind zwei von derzeit 50 Katzen, die im Greizer Tierheim auf ein neues Zuhause warten. (Foto: Gerd Zeuner)

Greiz. Die Corona-Pandemie hat uns alle fest im Griff. Zehntausende sind in Deutschland vom Sars-Cov-2-Virus infiziert, das gesellschaftliche Leben liegt am Boden, Einrichtungen und Geschäfte sind geschlossen, Existenzängste greifen um sich.

Was die Menschen existenziell bedroht, betrifft auch die Schützlinge in den Tiereinrichtungen der Nation. Auch das Tierheim in Greiz ist von der Corona-Krise betroffen. Weil die Einrichtung wie alle anderen ihre Pforten für Besucher geschlossen hat, ist es überaus schwierig, in diesen Zeiten Tiere zu vermitteln. Derzeit betreuen die Mitarbeiter im Greizer Tierheim 50 Katzen und elf Hunde. Und die Zahl wird steigen, denn durch Quarantäne und Infektionen von Tierhaltern rechnet Tierheimleiterin Elke Becker mit einer Zunahme von Neuaufnahmen von Stubentigern und Fellnasen.

„Wer unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr nach Draußen zum Gassigehen. Daher sollten Tierhalter vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten“, rät Elke Becker. Auch in den sozialen Medien gibt es Hilfsangebote. Im Greizer Tierheim bereiten sich die Mitarbeiter so gut es geht auch auf die Aufnahme neuer Tiere vor.

Problematisch wird neben den zu erwartenden Neuzugängen von Vierbeinern auch deren Vermittlung an neue Frauchen oder Herrchen. Zwar hat das Tierheim in Greiz-Sachswitz weitgehend für den Besucherverkehr geschlossen, doch Interessenten können zu vereinbarten Einzelterminen vorbeikommen. Denn es werden nach wie vor Tiere vermittelt. Wobei Elke Becker betont, dass es keine konkreten Hinweise darauf gibt, dass Tiere den aktuellen Coronavirus übertragen oder selbst an Covid-19 erkranken können: „Leider hält sich dieses Gerücht immer noch hartnäckig und hält manch besorgten Menschen vielleicht davon ab, ein Tier bei sich aufzunehmen.“

Darüber hinaus steht die Tierheimleiterin und ihr Team vor weiteren großen Herausforderungen bei der Betreuung und Versorgung ihrer Schützlinge. Denn die Spenden, aus denen sich das Tierheim zu einem beträchtlichen Anteil finanziert, gehen zurück. Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Geld und Futterspenden einzusammeln, werden die Tierschützer wohl bald mehr Vierbeiner versorgen müssen. „Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versuchen, zu helfen, wo wir können“, versichert Elke Becker und hofft trotz der bedrückenden Lange und finanzieller Probleme auf die Unterstützung von Tierfreunden: „Wir finanzieren den Tierheimbetrieb größtenteils aus Geld-  und Zeitspenden. Die Sorgen sind groß.“

Kontakt

Tierheim Greiz und Tierschutzverein Greiz e.V.
Am Tierheim 3
07973 Greiz-Sachswitz

Telefon: 0 36 61 /  64 43
E-Mail: Tierheim-Greiz@web.de

www.tierheim-greiz.de

Auch interessant