Tieren auf der Spur - Naturschutz bei Tanna - meinanzeiger.de
10. Januar 2020
Thüringer Vogtland

Tieren auf der Spur

Jens Neumeister setzt sich für seltene Vogelarten ein und fotografiert sie

Die beiden Schwäne hat Jens Neumeister Jorinde und Joringel getauft. Foto: Simone Zeh

Von Simone Zeh

Jens Neumeister spricht sich nicht nur für eine Artenvielfalt in der Tierwelt aus. Er fotografiert auch nicht nur in der Natur, sondern der Naturfreund aus Zollgrün ist aktiv tätig, vor allem in den Teichgebieten bei Tanna und wenn es um seltene Vögel oder Nisthilfen.

Naturschutz bei Tanna

Eine Kiesfläche an einem der Leitenteiche bei Tanna wurde als Bruthabitat für seltene Limikolen – auch Watvögel genannt – wie etwa den Flußregenpfeifer angelegt. Zeitnah soll eine Blühwiese oberhalb der Leitenteiche entstehen. Der Zollgrüner arbeitet auch mit anderen Naturschützern in der Region zusammen. Er freute sich, dass er von der Stadt Tanna unterstützt wird. Nistkästen, die für Meisen und Fledermäuse auf dem Friedhof von Tanna errichtet wurden, haben die Tiere angenommen. Und auf dem Storchennest auf einem alten Schornstein waren bereits Störche gesichtet worden.

Die Natur bereichert das Leben

„Jeder sollte sich Gedanken darüber machen, dass immer da, wo der Mensch auftaucht, ein Stück Natur stirbt,“ so Jens Neumeister, der manchmal der Vogelflüsterer genannt wird. Dennoch sieht er in seiner Heimat eine positive Entwicklung der Artenvielfalt. „Wir sollten alle dafür sorgen, dass es in Zukunft auch so bleibt, denn die Natur ist die Grundlage allen Lebens auf unserer Erde.“ Denn auch nachfolgende Generationen hätten ein Recht auf eine gesunde und artenreiche Natur, ist seine Überzeugung. Und: „Der Kontakt zur Natur macht unser Leben reicher und gesünder.“

Seltene Gäste zu Besuch in der Region

Er selbst hat im vergangenen Jahr unter anderem den Eisvogel am Frankendorfer Stau, der im Winter nie völlig zufriert, und an den Leitenteichen beobachten können. Fast täglich sei der schöne Vogel – zum Teil auch als Paar – zu beobachten gewesen. „Sie haben die Nisthilfe an einem der Gewässer bezogen“, freut sich der Naturfreund über den Erfolg. Raubwürger, Spießente, Schwäne und Weißstörche seien weitere selten vorkommende Gäste in der Region gewesen. „Der Wiedehopf ist für mich einer der farbenprächtigsten Vögel.“ Dabei sei er für die Region ganz untypisch. „Der Löffelreiher ist sehr, sehr selten. Eine Rarität ist auch der Sperlingskauz, der unter Naturschutz steht.“

Vermehrt Libellen in der Region

Festgestellt hat Jens Neumeister, dass es wieder vermehrt Libellen in der Region gibt. „Den Großen Blaupfeil gab es vor ein paar Jahren gar nicht mehr, aber jetzt kann man ihn wieder beobachten. genauso die Keiljungfer, die im Wald vorkommt.“ Fast jeden Tag geht Jens Neumeister, der auch verletzte Vögel aufnimmt und danach wieder auswildert, in die Natur, um zu beobachten, zu fotografieren und zu dokumentieren. Um auch anderen ­Menschen die Schönheiten der heimischen Fauna nahezubringen, hat Jens ­Neumeister erneut einen Tierkalender für 2020 zusammen mit Peter Staudt aus Rothenacker kreiert und heraus­gegeben.

Kalender gilt als Sammlerstück

Gesundheitsberaterin Rita Reinhardt in Dobareuth stand bei der Bildauswahl zur Seite. Jedes ­Monatsblatt zeigt ein selten vorkommendes Tier. Da ist der Wiedehopf genauso zu sehen wie der Löffelreiher, der Zaunkönig oder der Sperlingskauz. Zu jedem Tier gibt es wissenswerte Informationen. In einer limitierten Auflage von 200 Stück gilt der Kalender ­inzwischen als Sammlerstück. Der Tierkalender ist erhältlich im Rathaus Tanna, in Schleiz in der Buchhandlung am Neumarkt, in der Alten Münze, bei Foto Porst sowie im Mühlenmarkt in ­Heinrichsruh.

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