Triptis wird nicht abgeriegelt - meinanzeiger.de
27. März 2020
Thüringer Vogtland

Triptis wird nicht abgeriegelt

Testergebnisse liegen vor: 17 bestätigte Infektionen / Fälle verteilen sich auf Belegschaft und Bewohner / Gesundheitszustand der Bewohner über Nacht stabil

Schleiz/Triptis. Die Befürchtungen, die nach der ersten bestätigten Corona-Infektion einer Mitarbeiterin der Senioren-Residenz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Triptis aufkamen, haben sich bestätigt. Nachdem im Laufe des gestrigen Donnerstag bereits die ersten weiteren positiven Fälle beim Personal gemeldet wurden, erreichten das Gesundheitsamt des Landratsamtes in Schleiz am Abend auch die Ergebnisse der am Mittwoch durchgeführten Tests.

Der Wunsch, dass es nur bei wenigen Einzelfällen bleibt, sollte nicht erfüllt werden. Stattdessen wurden insgesamt 17 Infektionen mit SARS-CoV2 gemeldet – sieben bei der Belegschaft, zehn bei den Bewohnern des Seniorenheims.

Die Situation hat sich damit spürbar verschärft. Der Leiter des Pandemiestabs des Landratsamtes, Dr. Torsten Bossert, sieht aber keinen Anlass, panisch zu werden. „Noch ist die Lage beherrschbar.“

Eine Heiminsassin wurde nach Angaben der Awo am späten Donnerstagabend ins Krankenhaus in Greiz gebracht. Über Nacht blieb die Situation stabil. „Bei keinem der Bewohner hat sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Es gibt keinen Grund die Senioren ins Krankenhaus zu stecken“, sagte Dr. Torsten Bossert am Freitagmorgen. Eine weitere Lageanalyse der Gesundheitsbehörde mit der Awo-Leitung erfolgt im Laufe des Vormittags.

Der nächste Schritt zum Wohle der Bewohner des Seniorenheims ist, dass die Hausärzte ihre jeweiligen Klienten vor Ort begutachten. Zu diesem Zweck lieferte der Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes Saale-Orla am Freitagmorgen Schutzausrüstung nach Triptis.

Auch in der Awo-Seniorenresidenz wurden weitere Maßnahmen getroffen, um den Gesundheitszustand der betroffenen Bewohner genau beobachten. Unter anderem gibt es Sichtkontrollen im 15-Minuten-Rhythmus und stündliche Fiebermessungen. Auch Blutdruck und Puls werden regelmäßig gemessen. Das Personal ist angewiesen in der Einrichtung grundsätzlich Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Dass die Stadt Triptis wegen der Häufung der Corona-Fälle abgeriegelt wird, wie es beispielsweise in Neustadt am Rennsteig gehandhabt wurde, ist nicht zu befürchten. „Dafür gibt es keine Veranlassung“, bekräftigt Landrat Thomas Fügmann. Seit Mitte des Monats gibt es in der Einrichtung hohe Sicherheitsmaßnahmen, die unter anderem ein Besuchsverbot beinhalten. Damit standen die Heiminsassen lediglich mit den Mitarbeitern in direktem Kontakt, deren Wohnorte sich auf ein großes Einzugsgebiet verteilen.

Für Rückfragen zum Thema Corona bleiben die Telefone der Bürgerhotline im Landratsamt in Schleiz – Telefon (03663) 488 888 – jeweils von Montag bis Freitag von 8 bis 18 sowie Sonnabend und Sonntag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Schriftliche Anfragen können via E-Mail an buergerhotline@lrasok.thueringen.de gestellt werden.

 

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